In eigener Sache: Einstellung des Blogbetriebs, Fokus auf die sozialen Medien…
Liebe Leserinnen und Leser,
verehrte Nutzer und Gäste,
in den vergangenen Tagen hatte ich auf dieser Plattform ein Stimmungsbild eingeholt, konnte dies in der Folge kombinieren mit den vorliegenden Zahlen zu Sichtbarkeit und Interaktion, vor allem aber auch mit der Statistik meines „Online-Tagebuchs“. Fünf Stunden nächtliche Arbeit, dazwischen lange Pausen. Mittlerweile 2.000 Artikel, jeweils rund 4.000 Zeichen, insgesamt also etwa acht Millionen. Das ist gerade unter dem Aspekt von Parkinson, Schlafphasenstörung, Konzentrationsproblemen und Schmerzen nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Die Resonanz lautete in den vergangenen Wochen zumeist ähnlich: Für drei bis vier meiner Posts auf X gab es insgesamt etwa 700 – 900 Views, zwischen drei bis zehn Likes jeweils, manchmal bis zu 40 oder 60 insgesamt, ein bis neun Zitate, null bis sechs Antworten. Im Blog sind die Besucherzahlen in den vergangenen Monaten von etwa 1.000 wöchentlich auf noch rund 230 bis 250 ganz aktuell zurückgegangen.
Die journalistische Landschaft unterliegt einem der bislang schärfsten Epochenwechsel!
Was man mir sicherlich nicht absprechen kann, das ist ein gewisser Idealismus. Doch auch ich habe eine gewisse Würde, die weniger damit zu tun hat, dass ich jeden Text mit Hingabe und Leidenschaft schreibe, sogar für einen einzelnen Leser dankbar bin. Aber bei aller Aufopferung, bei allem Pflichtbewusstsein, bei aller Erwartungshaltung würde kein einziges Unternehmen bei solch einer Bilanz auf die Idee kommen, den Betrieb unverändert fortzuführen. Als Einzelkämpfer steht man insbesondere mit Blick auf die großen, alternativen Medienhäuser ziemlich alleine da. Viele von uns spüren den veränderten Algorithmus, die Konsumgesellschaft wandelt sich, die Aufmerksamkeitsspanne sinkt, das Informationsbedürfnis ist ein neues. Analyse und Hintergrund weichen Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit. Dort, wo vieles kürzer gesagt werden kann, gerät das Ausführliche sukzessive auf ein stilles Abstellgleis.
Der klassische Blog als Ergänzung eines Solo-Kolumnisten hat sukzessive ausgedient…
Hierhin wandert nun auch meine Webseite nach für nach. Ich lasse sie auslaufen, denn dort steht der Aufwand in keinerlei Verhältnis mehr zu dem Ergebnis. Mit einzelnen Beiträgen wird sie noch bis voraussichtlich Ende Juni 2026 befüllt. Mit meinem Tun wollte ich nie einen Reibach machen, habe übrigens keinen einzigen Cent generiert. Sondern mein journalistisches Verständnis darbieten, aber nicht um jeden Preis. Letztlich ist mir bewusst, dass ich manch einen Anhänger enttäusche. Aber auch ich muss auf meine Ressourcen achten, wie es sich in der Seele anfühlt, in die Tasten zu hauen, dabei ständig dem Abwärtstrend entgegenzusehen. Gesundheitlich und familiär hat sich die Lage zugespitzt. Außerdem glaube ich, im Zweifel mit anderem Engagement wie der Selbsthilfe mehr Gutes tun zu können. Als Archiv bleibt die Internetpräsenz samt Inhalten noch eine Weile bestehen, spätestens wird sie zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet. Immerhin ist sie ein Teil meiner Biografie, ein Stück weit auch ein geistiges Erbe und publizistisches Vermächtnis als Erinnerung.
Man kommt an der Omnipräsenz sozialer Medien als Informationsleithammel nicht vorbei…
X (Twitter) sowie Facebook und Telegram werde ich versuchen, im Sinne der Nachfrage adäquater zu bedienen. Mit übersichtlichen Impulsen, pointierten Zwischenrufen, emotionalen Beiträgen. Besonders viral werde ich damit auch nicht gehen, schließlich gehöre ich einer rückwärtsgewandten Generation an, wie mir manch ein Fachmann für die digitale Welt bereits bescheinigte. Möglicherweise etwas mehr an Persönlichem, nicht mehr so tiefgehend in die Details der Politik, weniger reflektiert über die Gesellschaft. Aber durchaus mit dem authentischen Willen, sprachlich und rhetorisch auch künftig etwas Einzigartiges, Abweichendes von den Kollegen zu liefern. Denn viel ist zwar gesagt, aber doch nicht immer im selben Stil und Tenor. Den Prinzipien von Neugier an Menschen und der Freude an Porträts wird dies ebenso keinen Abbruch tun wie meiner Wesensart. Und so kann ich nur hoffen, einen Mittelweg zwischen Anpassung und Geradlinigkeit zu gehen.
Bleiben wir also in Kontakt, auf Wiedersehen in anderen Formaten!
Vielen Dank für Interesse und Treue,
herzliche Grüße vom Bodensee
Ihr Dennis Riehle









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