Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Glaube an Naturgegebenheit: Studie zeigt ‚verfestigtes‘ rassistisches Denken in Deutschland“ (aus: ZEIT Online vom 19.03.2026)
Um Himmels willen, der Rassismus ist zurück! Zumindest behauptet dies eine Studie, über deren Unabhängigkeit man schon deshalb streiten muss, weil sie eine fragwürdige Herkunft hat. Hinter ihr steht das „Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung“, das zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 etwa 8.200 Personen zwischen 18 und 74 Jahren online und repräsentativ befragt hat. Der Hauptinitiator, zuständig für Steuerung und Ausrichtung, ist die Bundesregierung. Explizit das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, welches immer wieder durch seine verpönten Förderungen für linksalternative Projekte, NGOs oder Kampagnen in Verruf geraten war. Eine Grundfinanzierung von rund 5,5 Millionen Euro übersteigt jene aus den Vorjahren noch einmal, die Verstetigung war durch die Ampel-Regierung beschlossen worden. Man begreift sich als sogenannte „Ressortforschungseinrichtung“. Von wissenschaftlicher Neutralität liest man nichts, ebenso wenig von Ergebnisoffenheit, von zertifizierten Standards, gesellschaftlichen Definitionen oder einer Übereinkunft darüber, was mit der ach so grausamen „Fremdenfeindlichkeit“ eigentlich gemeint sein soll.
Progressive wollen keinen Respekt vor der Vielfalt, sondern Anstand vor der Einheitlichkeit!
Laut Resultat wollen zwei Drittel der Interviewten davon gesprochen haben, dass sie manche Kulturen als fortschrittlicher empfinden denn die anderen. Etwa die Hälfte bescheinigt, es gebe fleißige und bequemlichere Völker, rund 30 Prozent seien manifest der Überzeugung, es gäbe unterschiedliche „Rassen“. Man stelle sich vor, es wird tatsächlich zu einem Skandal, was augenscheinlich ist. Denn laut Studienmachern soll es bereits anrüchig sein, zu der Auffassung zu gelangen, dass verschiedene Ethnien divergierende Merkmale haben. Es sind Kurpfuscher am Werk, die der Schöpfung einen Strich durch die Rechnung machen wollen. Die pluralistische Denke zielt nicht etwa darauf ab, Respekt vor der Vielfalt zu entwickeln. Sondern die Facetten gleichzumachen, Individualität und Kollektivität aufzulösen, um eines Einheitsbreis willen, der evolutionäre Gegebenheiten pervertiert. Wie schon bei den Geschlechtern werden Kontraste verleugnet, dabei liegt es in der Natur der Sache, dass die Menschheit nur ein Faktum verbrüdert: die Heterogenität. Wer sie schmäht, hat ein Problem mit seiner Identität. Es geht nicht um eine Rangfolge, sondern um Nuancierung.
Die „Fremdenfeindlichkeit“ in Deutschland einen wesentlichen Grund, das Jahr 2015…
Nicht die Überlegenheit spielt eine Rolle, sondern der Befund, dass nicht zuletzt Sozialisation und Aufklärung, Prosperität und Schicksal zu Positionen geführt haben. Jeder hat seinen Platz, den Raum zur Entfaltung, wie ihn schon die biblische Apostelgeschichte aller Spezies zuordnet. Nach dem göttlichen Plan gibt es nicht umsonst Gruppierungen, die sich zunächst einmal untereinander wiedererkennen sollen, ehe sie sich auf Wanderschaft über den halben Globus begeben. Nicht zuletzt die diversen Flüchtlingskrisen der vergangenen Jahre haben zu einem gewissen Argwohn geführt, zu Vorbehalten gegenüber dem Nächsten, der eben nicht der Nahe ist. Die Sorge, das Kümmern und die Liebe sollen vorerst dem unmittelbaren Nachbarn zuteilwerden. Erst dann, wenn dem Bedürftigen aus direkter Umgebung geholfen ist, können Ressourcen für den Auswärtigen aufgebracht werden. Dass die Skepsis gegenüber dem Unbekannten steigt, liegt nicht zuletzt darin begründet, dass die Utopie eines großen Miteinanders, ohne Grenzen, Regeln und Ordnung kaum funktioniert. Ressentiments sind nicht zuletzt dem Tabubruch geschuldet, den Angela Merkel 2015 dreist verursachte.
Die Einzigartigkeit einer Kultur zeichnet sich durch den Unterschied zur anderen aus…
Sobald das Gefühl entsteht, Gäste würden den Einheimischen gegenüber bevorzugt, obwohl selbst das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass es mit Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes vereinbar ist, hiesige Staatsangehörige zu präferieren, ohne damit Integrität und Status des vermeintlich Schutzsuchenden zu tangieren, zu relativieren oder zu negieren, macht sich die Empfindung von Ungerechtigkeit breit. Sie erweist sich als Nährboden der sogenannten Xenophobie. Dabei ist es weder strafbar noch unmoralisch, einen gewissen Abstand zu halten, nicht sofort auf Tuchfühlung zu gehen mit jedem, der an unseren Eingang klopft. Souveräne Länder haben den völkerrechtlichen Anspruch, sich nach eigener Façon zu entwickeln. Solange keine strukturelle, zwanghafte oder gewaltsame Herabwürdigung allein aufgrund von Äußerlichkeiten stattfindet, kann auch nicht von manifester Feindschaft, Diskriminierung oder Schande gesprochen werden. Denn das Wesen kennzeichnet sich nicht nur durch das Verbindende, sondern auch das Trennende. Dieser Befund mag ein Schlag ins Gesicht jeder Multilateralität sein. Gewisse Tatsachen sind nun einmal erschreckend, aber doch so normal.








