Zustandsbericht der Republik im Frühjahr 2026: Während schwule Männer Eltern werden, bringen rechte Verschwörer einen Wal zum Schwingen…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Main-Taunus-Kreis – Wal-Rettung in der Ostsee: Nun soll Tierärztin aus Hessen helfen“ (aus: Frankfurter Rundschau vom 27.04.2026)

Wir schreiben das Jahr 2026. Eine Zeit, in der wir oftmals von Epochenbrüchen, Stilbrüchen, Kulturbrüchen hören. Doch stimmt das überhaupt? Sind wir nicht schon weit über die Abbruchkante hinaus? Da ist ein ganzes Land ins Rutschen gekommen. Schuld sind nicht monsunartige Regenfälle durch den Klimawandel. Sondern die vexatorische Erosion des Fundaments, auf dem diese Republik über viele Jahrzehnte erfolgreich funktionierte. Es wird von einem Frühjahr, Sommer und Herbst der Reformen philosophiert. Gleichzeitig hören wir immer wieder, unsere Zukunft entscheidet sich am Hindukusch, am Horn von Afrika, im Donbass und neuerdings in der Straße von Hormus. Da wird eine Jugend, vielleicht aber auch die Senioren über 70, auf den Dienst an der Waffe vorbereitet. Sie sollen kämpfen, damit sie am Ende wenigstens noch eine Basisabsicherung im Alter haben. Kriegstüchtigkeit ist das Zauberwort, sogar Reisen ins Ausland sollten kurzfristig genehmigungspflichtig werden. Dann entschied man sich, es Günter Schabowski mit seinem „sofort, unverzüglich“ nicht gleichzutun. Denn ein bisschen Rumoren war zu vernehmen, statt „Omas gegen rechts“ gingen pazifistische Schüler auf die Straßen.

Die Zukunft wird vor Hormus verteidigt, doch nicht an der Wärmepumpe in Pankow…

Ganz egal: Russland freut sich schon jetzt, wenn das Revival der Roten Armee erst einmal die Solarparks und Wärmepumpen in der brandenburgischen Peripherie eingenommen hat. Unterdessen spricht ein Kanzler die sichere Rente ab, macht Gesundheitsversorgung für alle, die deutsche Staatsangehörige sind und Beiträge zahlen, zu einem Luxusvergnügen. Das Stadtbild nimmt er allerdings nicht mehr in den Mund. Denn der Bevölkerungsaustausch ist „nazi“. Nutzen wir doch einfach den positiver konnotierten „demografischen Wandel“. Diese Nation scheint familienfeindlich geworden. Ehepartner sollen blechen, wenn sie krankenversichert sein wollen. Mann und Frau empfiehlt man, im Zweifel gar kein Kind zu bekommen. Wegen CO2, vielleicht aber auch, weil eine gewisse Generation vollkommen überanstrengt ist. Und wofür überhaupt noch ins Morgen investieren, wenn keine einzige Konjunkturprognose die Saison überlebt? Zurück zu den Geburten: Denn sie sind heute sogar in „queeren“ Beziehungen leistbar. Der Klapperstorch landet in den USA, zwei Homosexuelle sind Eltern geworden. Irgendwie auch eine Form von Zuwanderung, was sie da, von über dem Teich, mitbringen.

Wir müssen zusammenrücken: Für Fachkräfte, für den Ramadan und für Partner ohne GKV…

Deutlich frequentierter bleibt der verlässliche Nachzug ganzer Heerscharen aus Regionen wie Nordafrika, Südosteuropa und dem Nahen Osten. Überschwemmt an Fachkräften, wissen wir gar nicht mehr, wohin mit all der Kompetenz. In welchem Modus Operandi sie überproportional qualifiziert sind, verrät die Polizeiliche Kriminalstatistik. Doch die „People mit Color“ bereichern uns auch in ganz anderer Hinsicht. Eine Konsequenz daraus, dass nicht nur der Maifeiertag in Frage gestellt wird. Denn unsere Arbeiter sind sowieso die Dummen. Sie schuften von der Wiege bis zur Bahre, werden geschröpft, behalten nicht einmal jeden zweiten Euro, den sie erwirtschaften. Dankbar kann jeder sein, der noch nicht durch Transformation und Bürokratie wegrationiert wurde. Auch Weihnachten, Ostern und Pfingsten stehen zur Disposition. Denn es braucht Platz für den Ramadan. In den Fußgängerzonen wird oben beleuchtet, während sich unten ein Einzelfall an den nächsten reiht. Die Kollateralschäden von Toleranz und Weltoffenheit scheinen zu einer achselzuckenden Normalität geworden. Die empfundene Ungerechtigkeit der Justiz, das Mitgefühl für die dramatische Fluchterfahrung schreien zum Himmel.

Esoteriker schrauben an Timmys Pontons, Ursula von der Leyen an unserer Meinung…

Vielsagend ist, dass um einen gestrandeten Wal mehr Aufregung herrscht als über jedes Messeropfer. Es ist gut, dass mittlerweile Trauer und Schmerz ganz öffentlich Raum gegeben wird. Denn die Wunden sitzen tief. Wir wurden verraten, von einer Elite im Elfenbeinturm, die durch Sondervermögen ihre Macht erkauft hat. Sich jetzt aber zu schade ist, Spritpreise effektiv zu regulieren. Da dreht man lieber an der Zensurschraube. Empörung herrscht, wenn Washington den Verlust von Meinungsfreiheit in Europa beklagt. Reflexartig wehren sich Merz und Co., sie bauten „die“ zu „unserer“ Demokratie um. Also von der Volksherrschaft zum Einheitsstaat. An der Brandmauer wird zwar nicht geschossen. Die Köpfe und die Regionen teilt sie trotzdem. Lange herrschten Apathie und Lethargie. Der Osten ist deutlich weiter, in ihm ist das Gespür verhaftet für Diktatur, Denunziation und Drohgebärden. Zentralismus der EU, Überwachung des Verfassungsschutzes, Massenbewegung der moralischen Irrlichter vor dem Brandenburger Tor: Wir haben immer ein bisschen länger gebraucht. Die Umfragen entfesseln sich jetzt. Mark Twain sagte: „Das Geheimnis des Erfolgs ist, anzufangen“. Möge er Recht behalten.