Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Karin Prien: ‚Ein Teil dieser Medien will zur Zersetzung unseres Systems beitragen – das ist offenkundig'“ (aus: WELT vom 24.01.2026)
Es war das Ministerium für Staatssicherheit in der DDR, welches in seiner Richtlinie Nr. 1/76 formulierte: „Zersetzung ist eine operative Methode zur wirksamen Bekämpfung subversiver Tätigkeit, die darauf abzielt, feindlich-negative Kräfte zu isolieren, zu paralysieren und zu liquidieren, ohne offene Gewalt anzuwenden“. Ob Karin Prien wusste, wer da jenes Vokabular definiert hat, das sie aktuell auf die alternative Medienlandschaft in Deutschland anwendete? Mit ihrem Versuch, Portalen wie „NiUS“ zu unterstellen, die liberale Ordnung zerstören zu wollen, mit einer indirekten Ankündigung, im Zweifel wohl auch nicht vor repressiven Maßnahmen zurückzuschrecken, um eine Presse mundtot zu machen, die es sich in ihrer journalistischen Freiheit herausnimmt, unter anderem eine Förderpraxis jener Bundesministerin auf den Prüfstand zu stellen, die sich aktuell mit Daniel Günther verbündet, um indirekt bis unverhohlen in die Kerbe vermeintlicher Forderungen nach Zensur einzuschlagen, hat die 60-Jährige unter Beweis gestellt, charakterlich und in ihrer Gesinnung gänzlich ungeeignet für die Ausübung von höheren Ämtern zu sein.
Eine Bundesministerin mit geschichtsträchtigem, totalitärem und inakzeptablem Vokabular…
Immerhin hat sie der Demokratie den Kampf angesagt, wenn sie Andersdenkenden und Investigativen droht, welche den Finger in die Wunde legen, dass bis heute hunderte Millionen an Steuergeldern mit der Gießkanne querbeet über dem Linksradikalismus ausgeschüttet werden. Zu den Empfängern gehört beispielsweise auch die äußerst umstrittene „Amadeu Antonio Stiftung“ mit einer Gründerin, über deren Vergangenheit und Rolle mit Blick auf die Stasizeit bis heute diskutiert wird. Schließt sich da also der Kreis? Auch die für Antifa-Methoden bekannte Bewegung „Omas gegen rechts“ profitieren von Unsummen, über deren Verwendung mittlerweile der Überblick verloren gegangen ist. Transparenz kann schon lange nicht mehr hergestellt werden, der außenstehende Beobachter hat Mühe, die Geldflüsse nachzuvollziehen. Da wird der Einseitigkeit gefrönt, man verstrickt sich in der Abhängigkeit von dubiosen NGOs, hat längst die Kontrolle darüber preisgegeben, welches agitatorische Eigenleben jene entwickeln, die man trotz angekündigter Reformen bis heute umfangreich subventioniert. Insgesamt zeigt sich, dass die Furcht vor Aufklärung immens ist.
Die Mission ist offensichtlich: Kritik am Förderdschungel soll unterbunden werden…
Die CDU-Politikerin verkörpert einen Staat, der Opposition und vierte Gewalt zu unterdrücken gedenkt, um öffentlich nicht für seine Machenschaften in Verantwortung genommen zu werden. Das klassische Beispiel von Tyrannei gegenüber Kritikern, weit entfernt von dem, wofür die Menschen 1989 auf die Straße gegangen sind. Wie leichtfertig fällt man zurück in der Geschichte, könnte sogar entsprechende Zitate von Joseph Goebbels anbringen, welche ebenso thematisieren, was in der Gegenwart geschieht. Man betreibt eine Art von Täter-Opfer-Umkehr, will denjenigen den Schwarzen Peter zuschieben, die die Wahrheit herausfinden wollen. Die Erwartung ist, dass Schreiberlinge den herrschenden Kräften zuarbeiten, statt sie prüfend zu hinterfragen. Einerseits schockierend, dass sich das Frühere ohne Unterlass zu wiederholen scheint. Gleichsam darf es nicht verwundern, dass die argumentativ Hilflosen im Untergang um sich schlagen. Denn sie spüren durchaus, dass ihre Hochzeit überschritten scheint. Nicht nur die Umfragen sind klar und deutlich, auch der gesellschaftliche Wind hat sich in den vergangenen Monaten gedreht.
Karin Prien engagiert sich für ein „Nie wieder“, das sie selbst salonfähig macht…
Der Durchschnittsbürger lässt sich nicht mehr so leicht irritieren, von manch einer Märchenerzählung über die angebliche Verfassungswidrigkeit der AfD täuschen. Er informiert sich zusehends dort, wo ARD und ZDF weit entfernt sind. Und genau dieser Trend führt zu Schnappatmung bei jenen, die bisher darauf vertrauen konnten, dass sich die Mehrheit mit der angepassten Berichterstattung in „Tagesschau“ oder „heute“ zufriedenstellen lässt. Doch selten zuvor war der Einzelne derart mündig, sich ein eigenes Urteil zu bilden, beispielsweise auf Plattformen wie Twitter (X) oder eben solchen Portalen, die nunmehr in Misskredit gezogen werden sollen. Die Strategie erweist sich als üblich für ein totalitäres Gebaren, wenn Realitäten unter Verschluss gehalten werden, der Detektive ihnen auf der Spur sind. Da will man die Schäfchen ins Trockene bringen, begnügt sich derweil mit einem despotischen Wortschatz, der allerdings noch auf die Füße fallen könnte. Prien wird sich im Zweifel nicht herausreden dürfen, als Privatperson gesprochen zu haben. Sie hat die Grundrechte unterspült, gegen ihren Eid verstoßen. Das ist keine Bagatelle, sondern ein Skandal.







