Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „News / Niedersachsen / Region: AfD-Jugendverband in Niedersachsen gegründet“ (aus: „Tixio“ vom 22.02.2026)
„Schlagzeug, das war von Anfang an meins. Da hat mir keiner reingeredet, denn ich war Autodidakt. Und bald war ich der beste Trommler im Dorf“. Dass ich einmal einen Artikel mit dem Zitat eines deutschen „Drummers“, konkret von Benny Greb, eröffnen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Doch es könnte eigentlich keinen besseren Einstieg geben, um einen Nachwuchspolitiker passend zu beschreiben, der genau in diesem Hobby und Beruf aufgeht, aber nicht nur sein Musikinstrument beherrscht, sondern weit über die örtlichen Grenzen hinaus auf die Pauke haut. Nicht wahllos oder unkoordiniert, sondern gekonnt, routiniert und mit Bedacht. Jannik Schleemann gehört zu den Hoffnungsträgern des BSW. Der Kreissprecher des Verbandes Mittelweser ist zweifelsohne für seine pointierten Einlassungen bekannt. Provokativ könnte man ihn bezeichnen, denn er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, seine ideologische Überzeugung zu verbreiten. Er mag laut sein, aber nicht polemisch. Konfrontativ, ohne Populismus. In Akkord und Takt, rhythmisch wie melodisch.
Nicht nur austeilen, sondern auch einstecken: Ein BSW-Mann mit der Qualität zur Debatte…
Maßgeblich verantwortlich für die Neue-Medien-Kommunikation der Jugendorganisation JSW in Niedersachsen, ist er mehr als nur umtriebig auf den verschiedenen Plattformen unterwegs. Seine Äußerungen haben Substanz, schließlich ist er fachlich versiert, beeindruckend erfahren. Und er hat klare Standpunkte, die umstritten sein mögen. Aber er scheint nicht angetreten, um irgendjemandem nach dem Munde zu reden, sondern seine Meinung argumentativ, plausibel und faktenbasiert zu untermauern. Konkret lehnt er Aufrüstung und Militarisierung ab, Priorität müssten zivile Investitionen haben. Auch in der Ukraine und in Nahost könne allein mit Entspannung und Diplomatie vorangegangen werden. Das Leid der Menschen im Gazastreifen liegt ihm am Herzen, für eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland steht er ein. Kontexte und Historie seien stets zu berücksichtigen, wenn man Konflikte oder Krieg lösen wolle. Den Imperialismus und das Hegemonialbestreben der USA sieht er mit Argwohn, kritisiert das Vorgehen von Donald Trump in Venezuela oder Grönland.
Da sorgt sich ein empathischer Niedersachse um Sicherheit, Wohlstand und Zusammenhalt…
Dass es in Deutschland 13 Millionen Armutsgefährdete gibt, treibt ihn um. Insbesondere für Arbeitnehmer und Leistungsträger der Gesellschaft brauche es soziale Sicherheit. Um gar nicht erst in Not zu geraten, müsse Bildungsgerechtigkeit geschaffen werden. Es dürfe nicht länger zu Mogelpackungen wie unter der „Ampel“ kommen, aber auch bei Sondervermögen zur Infrastruktur. Mit Blick auf den Wohnraummangel müsse man Leerstandssatzungen verbindlich implementieren. Große Vermögen sollten stärker daran mitwirken, ein gewisses Existenzminimum für alle zu garantieren. Hierbei dürfe nicht allein ideologisch vorgegangen werden, alle Maßnahmen brauchten Vernunft und Weitsicht. Dies gelte auch mit Blick auf die Transformation. Eine verkopfte Energiewende, die allein zu höheren Preisen führe, könne den Bürgern nicht verständlich gemacht werden. Pragmatismus sei das Gebot der Stunde, nicht zuletzt auch bei der Migration. Wer sich eingliedere und die Kultur akzeptiere, zum Wachstum beitrage, müsse eine Chance erhalten. Andernfalls drohe die Abschiebung.
Schleemann ist bodenständig genug, um die Demokratie vom Kopf auf die Füße zu stellen…
Wenn man dem Gesundheitsökonomen zuhört, dann ist er nicht der klassische Karrierist. Sondern ein bodenständiger, nahbarer und direkter Vertreter der noch jungen Kraft, die ganz gezielt ihren eigenen Weg geht. Das lagerübergreifende Denken, der linkskonservative Ansatz, er wird auch in den Worten des Personal Trainers deutlich. Gerade, weil wir uns am Anfang missverstanden haben, gehen wir heute umso vertrauensvoller miteinander um. Man muss gerade nicht in sämtlichen Auffassungen übereinstimmen, sondern sich in der Unterschiedlichkeit respektieren, will man echter Demokrat sein. Diese Voraussetzung erfüllt der Ernährungsexperte beispielhaft, kann man mit ihm streiten, gesittet und konstruktiv. Er eckt ganz bewusst an, weil er Prinzipien hat. Seine Eignung, insbesondere an der Basis zu mobilisieren, könnte ihn zu einem wichtigen Instrument in der weiteren Erfolgsgeschichte des Bündnisses von Sahra Wagenknecht machen. Schließlich startet es neu durch, hat beispielsweise in Brandenburg bewiesen, sich nicht von der SPD erpressen zu lassen. Dieses Rückgrat wird stilbildend sein, auch für Schleemann.








