Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Grüner Parteiflügel setzt sich durch: Vom CDU-Antrag zur Herabsetzung der Klimaziele ist nichts mehr übrig“ (aus: „NiUS“ vom 28.01.2026)
Umgekippt, Folge 52.346. Seitdem Friedrich Merz an der Macht weilt, ist das Duell zwischen Wolfgang Kubicki und Markus Söder, wer am schnellsten jene Forderung wieder einkassiert, die er – nicht nur gefühlt – erst vor einigen Minuten abgesetzt hat, um einen Mitspieler reicher geworden. Der momentane Kanzler könnte tatsächlich Weltmeister werden in Sachen Rückgratlosigkeit. Vielleicht auch deshalb, weil er gar keine Ahnung hat, was in diesem Land eigentlich vor sich geht. Denn seine Präferenzen gelten Kiew, Washington, Paris oder Indien. Und wenn er einmal in die Heimat zurückkehrt, dann meistens nur deshalb, um so zu tun, als habe er den Wink mit dem Zaunpfahl der Umfragen verstanden. Da wirft er rasch das Vokabular des „Stadtbildes“ in den Raum, will damit andeuten, dass er die Kriminalität auf unseren Straßen zwar wahrnimmt, aber nicht wirklich darum bedacht ist, an der grassierenden Gewalt etwas zu ändern. Eine ähnliche Luftnummer deutet sich nunmehr in der Klimapolitik an. Schon das Heizungsgesetz sollte abgeschafft werden, mittlerweile spricht man nicht einmal mehr von einer Reform. Ähnlich, wie auch das Bürgergeld, dürfte man lediglich etwas am Namen ändern. Die Wärmepumpe kommt trotzdem verbindlich, weil schon allein die Praxis kaum andere Möglichkeiten zulässt.
Windräder und Wärmepumpen als ein Zeugnis von Ökologie und Schöpfungsbewahrung?
Doch nunmehr soll auch der Vorstoß aus dem Wirtschaftsflügel der CDU gescheitert sein, die Zielsetzung einer noch stärkeren Einsparung von CO2 zu lockern. Das grüngefärbte Lager um den Konstanzer Abgeordneten Andreas Jung hat sich offenbar durchgesetzt, einen Antrag für den Parteitag derart verwässert, dass Unternehmen wie Verbraucher auch künftig unter galoppierenden Strompreisen, explodierenden Anschaffungskosten und irrwitzigen Investitionen leiden werden, die Wachstum und Prosperität drosseln. Eine künstlich herbeigeführte Inflation, eine Vernichtung der Altersvorsorge, weil man angeblich im Bewusstsein um die „Schöpfung“ handelt. Doch die Bibel fordert keinen Aktivismus von uns, stattdessen Vertrauen in das austarierte Gefüge. Wir sollen uns die Erde Untertan machen, dürfen die Ressourcen entnehmen, welche in unsere Hände gelegt wurden. Was hat das mit Christlichkeit zu tun, Menschen in die Armut zu treiben, mit Photovoltaikanlagen die Landschaft zu verschandeln, Windräder die Artenvielfalt in der Luft zerreißen zu lassen? Die sogenannte „Klimaunion“ macht sich mitschuldig am Sündenfall der Transformation, die dem Trugschluss aufsitzt, unsere Spezies habe Bedeutung und Einfluss, auf Atmosphäre und Durchschnittstemperaturen maßgeblich einwirken zu können.
Da bleibt ein „G’schmäckle“ von Robert Habeck light, ein Andenken an Ampel und Grün…
Es ist der natürliche Lauf der Dinge, dass auf Eiszeiten Hitzeperioden folgen. Nicht das ausgestoßene Kohlenstoffdioxid ist das Problem, sondern die Gier einer Nischensparte, welche mit Angst und Schrecken ein Geschäft machen will. Hierfür braucht sie politische Handlanger. Und diese finden sich in Berlin haufenweise. Der genannte Mandatar aus meinem Wahlkreis gehört zu den führenden Ansprechpartnern, wenn es um die Interessen der Erneuerbarenindustrie geht. Als Vorsitzendem des Beirats des „Energy and Climate Policy and Innovation Council (EPICO) e.V.“, einem gemeinnützigen „Think Tank“ in der Hauptstadt, der sich für umweltpolitische Innovationen und technologische Vorherrschaft einsetzt, sind ihm lobbyistische Verbindungen nicht fern. Berichte, Studien und „Policy-Papiere“ zu Themen wie Emissionshandel, Flexibilitätsstrategien im Strommarkt und CO2-Management gehören ebenso zu den Aufgaben der Denkfabrik wie das konkrete Netzwerken in Richtung Bundespolitik. Neben Workshops, Diskussionen und Informationsveranstaltungen steht das Kooperieren ganz oben auf der Agenda. Eingetragen im Register des Parlaments, will man für Transparenz stehen. Dazu gehört auch, die Unterstützung durch die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung offenzulegen.
Wenn parteinahe Lobbyorganisationen transparent, aber nachhaltig Einfluss ausüben…
Da schließt sich also ein Kreis, verwischen Grenzen zwischen Ideologie und Pragmatismus, Gesetzgebung und Interferenz. Wie viel Suggestion erfolgt, wenn man sich ansieht, wie das ökonomische Profil der Christdemokraten torpediert wird? Texte aus der Feder von Andreas Jung lesen sich wie ein Diktat, das Robert Habeck zu Protokoll gegeben hat. Die Anhängerschaft wird nicht erwarten können, dass es tatsächlich zu einem Ausgleich zwischen Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit, zwischen Wandel und Sinnhaftigkeit kommt. Nach momentanem Stand geht das Abwürgen von Wohlstand und Entwicklung weiter. Die Spitzenfunktion als Musterknabe für einen auferlegten Ökosozialismus scheint international niemand streitig machen zu wollen. Denn wer sonst auch sollte sich freiwillig dazu durchringen, die rote Laterne zu übernehmen? Wir machen uns das Erarbeitete zunichte, weil jene das Zepter in Händen halten, die Verzicht und Gängelung, Kasteien und Entbehren als repressives Instrument der Steuerung und Lenkung zu schätzen gelernt haben. Mit Horrorszenarien über brennende Wälder und geflutete Häuser bringt man uns auf Linie, wir mutieren zu Marionetten, getrieben von der Moralkeule, neuerlich an etwas schuld zu sein. Dieser Schalter funktioniert, vor allem bei uns Deutschen.







