Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Fragwürdiges Gutachten des Verfassungsschutzes: AfD-Politiker Thore Stein kämpft vor Gericht um seinen Jagdschein“ (aus: „NiUS“ vom 31.01.2026)
Man ist in Deutschland mittlerweile gewohnt, dass sich Behörden größter Umschweife bedienen, wollen sie begründen, warum die Opposition gerechtfertigt zu benachteiligen sei. Nicht nur der Verfassungsschutz gründet seine Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ auf fadenscheinigen Gutachten, Substanz haben die aneinandergereihten Zitate, die der Inlandsgeheimdienst gesammelt hat, wohl kaum. Da wird aus einzelnen Aussagen eine Theorie konstruiert, die Partei beabsichtige den Umsturz. Auf Basis von eigens geschaffenen Definitionen zur vermeintlichen Delegitimierung des Staates über ein subtiles Verständnis von Volk und Nation bis hin zu Argwohn gegenüber jedem, der nur einen Hauch von Stolz in sich trägt, bemüht man sich um Rechtfertigung für Ausgrenzung, Diskriminierung und Repression. Nicht anders geschehen ist es auch mit Blick auf den Landtagsabgeordneten in Mecklenburg-Vorpommern, Thore Stein, dem das Landratsamt Ludwigslust-Parchim die Verlängerung seines Jagdscheins versagt – auf einer mehr als dürftigen Argumentationsgrundlage.
Solch eine „Beweisführung“ kann sich eigentlich kein deutsches Gericht gefallen lassen!
Am 2. Februar 2026 findet deshalb eine Verhandlung vor dem zuständigen Gericht in Schwerin statt. Der 1988 in Ulm Geborene soll nicht die hinreichende Zuverlässigkeit für das Führen von Gewehren und Munition bieten, so lautet der plumpe Vorwurf, auf dem die Entsagung fußen soll. Insbesondere analysierte die entsprechende Aufsichtsstelle nach Vorlage eines Verfassungsschutzgutachtens verschiedene Postings in den sozialen Medien, findet es als anstößig, dass der vierfache Familienvater für eine Liberalisierung des Waffenrechts eintritt, weil er sich gleichzeitig gegen grüne Verbotsfantasien stark macht. Hat da tatsächlich irgendjemand die paranoide Vorstellung, der Mandatar wolle sich per Waffengewalt an Robert Habeck rächen? Wie weit ist die Schizophrenie in unserer Republik mittlerweile vorangeschritten, dass Assoziationen konstruiert werden, die mit gewöhnlichen Synapsen kaum denkbar sind? Da wird das Bild eines gefährlichen Schießwütigen gezeichnet, der sich bislang nichts zu Schulden kommen ließ. Außer vielleicht, dass er nicht links steht von der politischen Mitte, sondern sich klar bekennt zu Schwarz-Rot-Gold.
Weil Stein die Grünen nicht sonderlich mag, soll er ungeeignet sein, eine Waffe zu führen?
Hier geht es also nicht nur um Beliebigkeit, sondern schlichtweg um ideologische Voreingenommenheit in der Exekutive. Offenbar durchzogen vom Geist des Argwohns gegenüber der Alternative für Deutschland, soll es demnach verwerflich sein, für eine höhere Geburtenrate zu plädieren. In der kruden Theorie eines Beamtenapparats ist damit die Hinwendung zu einer Gesinnung von „völkischen und biologischen Narrativen“ verbunden, so heißt es tatsächlich in den Unterlagen. Wer spinnt sich so etwas zusammen? Hat unsere Verwaltung nichts Besseres zu tun, als einem integren Charakter auf die Pelle zu rücken, der dem früheren „Flügel“ zuzurechnen sei, deshalb möglicherweise Sympathie für Björn Höcke hegt? Macht ihn das bereits zum Schwerverbrecher? Dürfen Ressentiments die Entscheidungen von Schreibtischtätern beeinflussen? Ist der parlamentarische Geschäftsführer seiner Fraktion für das Erlegen von Wild, für das Pflegen von Flora, Fauna und Habitat ungeeignet, weil er konsequente Remigration einfordert, sich von der Abgehobenheit und Dekadenz der Eliten angewidert fühlt?
Was muss in den Köpfen von Beamten vorgehen, die zu solchen Assoziationen fähig sind?
Da geht jemand pragmatisch mit unserer Geschichte um, thematisiert auch schwierige Themenkomplexe wie die Vertreibung nach 1945, positioniert sich klar gegen den Schuldkult, betont aber gleichzeitig die notwendige Erinnerung und Mahnung an das Vergangene. Vorbestraft ist er nicht, hat im juristischen Sinne eine weiße Weste. Doch weil er nichts vom etablierten Kartell wissen will, unterstellt man ihm Verschwörungsideologien. „Reminiszenzen“ an Thilo Sarrazin möchte man ausgemacht haben. Doch mit Verlaub, na und? Was darf man in einer Nation, die nie die Absicht hatte, eine dritte Diktatur zu errichten, noch sagen, denken und fühlen, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden? Weil er von Heimattreue schrieb, sagt man Stein „neonazistische Züge“ nach. Paradoxer kann es kaum werden. Er plädiert für Umweltschutz, aber nicht für Transformation. Für die Förderung der Ehe, für das Geschenk der Kinder. Sollte sich daraus wirklich ableiten lassen, nicht als Weidmann zu taugen, sind wir wenigstens um den Beweis reicher, dass das nächste Willkürsystem schon längst kein Hirngespinst mehr ist.







