Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Hessen – Politikwissenschaftler Christian Stecker: ‚AfD-Wählern geht es nicht um objektive Zustände'“ (aus: FAZ vom 17.03.2026)
Nicht nur der Journalismus setzt in seiner Berichterstattung eigentlich auf die völlig falschen Prioritäten. Er greift vor allem Inhalte und Personen auf, die in der ersten Reihe stehen, von sämtlichen Quellen durchgekaut werden. Doch die Demokratie wächst von der Graswurzel nach oben. Der Fisch stinkt vom Kopf her, besonders geruchslos ist er also an seinem Ende. Die Arbeit an der Basis stellt allen Ursprung dar, das Fundament bildet Engagement auf kommunaler und Landesebene. Insofern lohnt es sich, öfter einmal den Blick vom hauptstädtischen Berlin in die einzelnen Regionen zu richten. Beispielsweise auch nach Hessen, wo ein tüchtiger Abgeordneter der AfD ziemlich still und leise an den Brot-und-Butter-Themen arbeitet. Auf den frühen Anschein hin mögen konkrete Maßnahmen gegen die Salamanderpest nicht unbedingt zu jenen Belangen gehören, die der Durchschnittsbürger als vorrangig betrachtet. Doch Marcus Resch befasst sich auch mit handfesten Problemen, die uns alle angehen. Der 61-Jährige gehört dem Parlament in Wiesbaden an. Als Teil der AfD-Fraktion hat er sich vielfältig einen Namen gemacht, weil er zu denjenigen gehört, die nicht poltern, sondern klotzen. Ein Macher, der handelt statt ankündigt.
Kaum ein anderer Politfachmann spricht die Schäden der Transformation so deutlich an…
Als Obmann im Petitionsausschuss ist es ihm ein besonderes Bedürfnis, mit den Sorgen und Nöten der Allgemeinheit vor Ort in Kontakt zu kommen. Ein aktuelles Anliegen macht Schlagzeilen über den Reinhardswald hinaus. Dort, wo geschützte Arten existieren, Rückzugsraum für den gestressten Manager ist, sollen riesige Windkraftanlagen entstehen. Allein 2.000 Tonnen Beton für einen einzelnen Propeller. Im Vorfeld der Bauarbeiten besteht der Verdacht, dass illegale Straßen angelegt wurden, quer durch vulnerables Terrain. Hierüber fordert der Diplom-Geologe Aufklärung, weist auf die enormen Umweltbelastungen der Transformation hin. Auch zur Schadstofffreisetzung der Rotoren macht er sich Gedanken, die Regierung konnte hierzu keine Daten liefern. Wie viel Mikroplastik wird beispielsweise freigesetzt, sind Chemikalien im Spiel? Der geborene Düsseldorfer hält Sprechstunden für den Souverän ab, er geht auf Tuchfühlung und Augenhöhe mit den Nöten des kleinen Mannes. Durch seine ruhige, sachliche, vermittelnde und kompetente Art hinterlässt er Eindruck. Er gehört nicht zur klassischen Elite, verstand sich stets als Pragmatiker. Er beteiligt sich quer durch die Bank an Vorstößen seiner Kollegen, ist ein Teamspieler.
Die persönlichen Geschichten der Menschen sind für Resch der Antrieb zum Handeln!
Ob es nun die Einführung eines Schulfachs zur Digitalisierung oder Fördergelder für Landwirte sind, da zeigt ein rundum bodenständiger Charakter, wie sehr ihm die Realität am Herzen liegt. Durch Schicksalsschläge in der eigenen Biografie gezeichnet, bringt er eine außergewöhnliche Sensibilität und beeindruckende Empathie mit. Die familiäre Geschichte lässt ihn beispielsweise auch Defizite in der Gesundheitsversorgung anprangern, der Ehemann bemängelt exorbitante Wartezeiten auf einen OP-Termin, die schlechte Verfügbarkeit von Reha-Maßnahmen und ungenügende Plätze für die Pflege von Angehörigen. Seit 2017 steigt der Rheinländer für die AfD in den Ring, lässt in den sozialen Medien keinen Zweifel daran, wie authentisch, glaubwürdig und loyal er ist. Das „bunte Gutmenschentum“ beklagt er, das Merkel’sche „Wir schaffen das“ zog er von Beginn an in Zweifel. Er schließt sich der Erwartung einer konsequenten Migrationswende an, veröffentlicht Durchhalteparolen auch in schwierigen Zeiten, die uns oftmals fragen lassen, welchen Sinn der Widerstand gegen die Mächtigen noch hat. Der einstige wissenschaftliche Mitarbeiter ist ein Kämpfer, vor allem strotzt er aber vor Demut, Hingabe und Solidarität.
Ein sachlicher, pragmatischer und konsequenter Experte auf bislang unbekanntem Terrain…
Die Entideologisierung, das Stellen der Gegenwart vom Kopf auf die Füße, die Kommunikation zwischen Plenum und Außenwelt, all das sind Ambitionen, die Resch in sich hegt. Als hartnäckiger Gegner „grüner“ Lobbyinteressen, aber auch als gefürchteter Experte auf seinem Gebiet, hat er sich einen Namen gemacht. Für ihn zählt der Erhalt der Schöpfung, nicht die Abstraktheit von Klimazielen. Seine Rhetorik ist geschliffen, seine Worte haben Gewicht. Denn Phrasen sind ihm fremd, er wird konkret in seinen Ansagen. Der frühere Lehramtsanwärter kümmert sich ebenso um den Tourismus, will die Kulturlandschaft erhalten. Bedrohte Spezien will er nicht aus Prinzip schützen, sondern weil sie Teil vom Ökosystem, von unserem Zusammenleben zwischen Flora, Fauna und Habitat sind. Hier offenbart sich eine Seite der AfD, die man bisher kaum auf dem Schirm hatte. Zur Bewahrung von Heimat gehört auch der Respekt vor dem gottgegebenen Gleichgewicht. Wer dessen Ausgeklügeltheit wertschätzt, kann Achtung vor der Identität entwickeln. Genau so ist es bei Marcus Resch, der unter Beweis stellt, dass die Alternative für Deutschland mehr kann als Abschiebung und innere Sicherheit, dass sie letztlich regierungsfähig wäre.








