Schikanöser Doppelwumms im Obrigkeitsstaat: Berliner AfD-Kandidat Julian Adrat im Würgegriff von Politjustiz und Bundestagsvollzug!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „‚Wenn ihr sowas postet‘: Bill Kaulitz gewinnt gegen Berliner AfD-Politiker vor Gericht“ (aus: „Tagesspiegel“ vom 07.05.2026)

Braucht ein Miteinander polarisierende Figuren oder kommt die allgemeine Diskussion ohne Zwischenrufer aus, die Skepsis am Zeitgeist bei Bedarf auch auf die Spitze treiben? Julian Adrat, seines Zeichens AfD-Kandidat für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, ist ein streitbarer Charakter. Unter anderem mit Aussagen über einen kulturellen Werteverfall in Deutschland eckt er an, doch erfährt im Gegenzug überwältigende Unterstützung über das eigene Lager hinaus. Schließlich spüren nicht nur Rechte und Konservative, dass der ethische Kompass verrückt ist. Plötzlich gilt als selbstverständlich, was man noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten für völlig undenkbar hielt. Nicht zuletzt eine „queere“ Denkweise, das bloße Empfinden von sexueller Identität, nahezu an die Tagesform angepasst, biologische Grenzen kaschierend, meist von der Geburt an feststehende Realitäten negierend, stellt eine bloße Tyrannei gegenüber der Schöpfung dar. Weil Menschen sich nicht mit dem abfinden können, was die Evolution für sie bestimmt hat, tendieren sie plötzlich zu Beliebigkeit und Schwankungsbreite, kündigen einen glasklaren Vertrag mit der Natur, aber auch mit der Öffentlichkeit.

Einschüchterung: Wird Kritik an der Regenbogen-Queerologie schon bald unmöglich sein?

Denn wie kann ein verbindlicher Umgang aussehen, wenn keiner mehr weiß, wen oder was er im Nächsten erkennen, deuten oder verstehen soll? Diese Willkür der Interpretation prangert der 1990 im Saarland geborene Familienvater an. Ihm geht es dabei nicht etwa um Feindseligkeit mit Blick auf die anerkannten Normvarianten vom Schwul- oder Lesbischsein. Auch in der aktuellen Auseinandersetzung mit Popstar Bill Kaulitz fokussieren sich die Vorwürfe weniger auf einen gezielten Angriff gegen die Würde. Sondern sie machen sich fest an einer Lebensweise, die klassische Traditionen, Normen und Ideale auf den Kopf stellt. Die Sternchen- und Unterstrich-Bewegung hat nicht etwa mehr Respekt zum Ziel, sondern das Konfrontieren des Verstandes. Sie fordert Prinzipien und Regeln heraus, die sich über Epochen hinweg etabliert haben. Man mag von überholten Rollenbildern sprechen, doch realistischerweise von ursprünglichen Gegebenheiten. Der Transhumanismus will dem lieben Gott ein Schnippchen schlagen. Auf Paraden und vor der Kamera brüskiert er mit seinem zum Fetisch gewordenen Affront, demonstriert Widerstand um Selbstentfaltung oder Narzissmus willen.

Doch wo endet die Verwirklichung des Einzelnen, wo beginnt der Auftrag, sich anzupassen? Der Politiker der Alternative für Deutschland machte unter einem Marketingbeitrag des künftigen Moderators von „Wetten, dass…“ einen „zivilisatorischen Totalschaden“ aus, der als „Folge des Feminismus“ eingetreten sei. Zudem kam es zu weiteren direkten und abwertenden Bemerkungen, glaubt man dem Landgericht Hamburg. Dieses gab einer Unterlassungserklärung statt, die der Frontmann von „Tokio Hotel“ auf den Weg gebracht hatte. Er wolle solch „ekligen, hasserfüllten Kommentaren“ nicht tatenlos zusehen, ließ das Gesicht für Haarpflegeprodukte wissen. Mit der Entscheidung sehen sich wiederum Gegner von Adrat bestätigt, dem weiterhin eine Verurteilung wegen Volksverhetzung aus 2024 vorgehalten wird. Doch befasst man sich genauer mit seiner durchaus pointierten, überspitzen und wortgewaltigen Agenda, so geht es ihm vor allem um die Enttarnung einer Ideologie des Regenbogens. Um ein das Verdrängen einer „bösartigen Ersatzreligion“, also um Gesellschaftskritik im ureigenen Sinn. Und diesbezüglich reicht der Schutz durch die Meinungsfreiheit sehr weit, sagt Karlsruhe regelmäßig.

Absurdität at its best: Ein Kaulitz-Gegner als „Gefahr für die Sicherheit“ des Bundestages?

Solange nicht allein die Schmähung, die Herabwürdigung oder die Ehrenrührigkeit hinsichtlich eines bestimmten Charakters im Vordergrund stehen, müssen gerade Prominente viel aushalten. Legt sich der Rechtsstaat auf ein Verfahren ohne mündliche Verhandlung fest, muss er mit der Unterstellung fertig werden, vor allem einen Abschreckungseffekt erzielen zu wollen, der den Persönlichkeitsschutz deutlich über Artikel 5 des Grundgesetzes stellt. Was eine solche Instrumentalisierung durch die dritte Gewalt auslösen kann, musste der Bewerber um ein Mandat im hauptstädtischen Landesparlament nunmehr beim Besuch des Bundestages spüren. Ihm wurde am 6. Mai 2026 der Zutritt verweigert, als er spontan vom Abgeordneten Thomas Korell aus Sachsen-Anhalt zu einem informellen Treffen eingeladen worden war. Nach etwa einer Stunde Wartezeit in der Schleuse an der Dorotheenstraße teilten ihm Polizisten mit, er gelte als eine „Gefahr für das Haus“. Dort nicht mehr willkommen zu sein, wo „dem deutschen Volke“ gedient wird, ist mehr als nur ein beispielloser Vorgang. Er stellt den massiven Angriff auf die Rechte eines Bürgers dar, der Pranger und Ressentiments zum Opfer fällt.

Eine Prognose, Adrat könne die Sicherheit untergraben, obwohl er ein unbelastetes Führungszeugnis aufweisen kann, schon mehrfach unter der Kuppel zu Gast war, die ausschließlich auf einer sogenannten „Zuverlässigkeitsprüfung“ fußt, kann man lediglich als politisch gefärbt bezeichnen. Der bildende Künstler kündigte an, notfalls juristisch vorgehen zu wollen. Denn mittlerweile kommen die Einschläge sichtbar näher. Vielleicht, weil er sich konsequent für Remigration einsetzt, die Corona-Maßnahmen anzweifelte, von „Klimatotalitarismus“ spricht, wurde ihm ein Stempel aufgedrückt. Sein polemischer und antielitärer Stil mag ein Übriges getan haben. Doch all das ist kein Fundament für derart gravierende Gängelung, Beschränkung und Unterdrückung durch den Machtapparat, wie sie dieser Podcaster und Autor am eigenen Leib erfahren muss. Der woke Moralisierungseifer hat wieder einmal über die Stränge geschlagen. „Unsere Demokratie“ frisst ihre Kinder, weil Doppelzüngigkeit offenbar wird, wo zweierlei Maß die Normalität ist. Denn glaubt tatsächlich jemand, die Schikane würde ähnlich laufen, hätte der am Klavier Studierte ein Parteibuch der Grünen?