Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel: „Kölner Forum 2026: Game over? – Journalismus zwischen Umbruch und Aufbruch“ (aus: „Deutschlandfunk“ vom 10.03.2026)
Befragt man das Wörterbuch, so erhält man folgende Definition: „Ein Kommentator ist jemand, der etwas erklärt, auslegt, bewertet oder mit eigenem Urteil versieht – ob wissenschaftlich fundiert oder publizistisch-aktuell“. Spöttisch könnte man behaupten, es gehe um alle, die ihren Senf dazugeben. Doch in Wahrheit ist die Rolle und Position derjenigen, die ihre Sicht der Dinge in den öffentlichen Diskurs einreihen, in der Gegenwart bedeutsamer denn je. Denn da wird so viel geplappert und gemutmaßt, durcheinandergeredet und nach Gutdünken geschwatzt, dass es an Orientierungspunkten, an Leuchttürmen fehlt. Wer sich journalistisch verantwortlich verhält, der trägt zu Aufklärung und Transparenz, zu Berichterstattung und Analyse bei, ohne sich verbiegen zu lassen, sondern unter der Maßgabe von Unabhängigkeit, Ausgewogenheit und Objektivität. Das bedeutet nicht, eine Haltung zu schmähen, ganz im Gegenteil. Eine Stoßrichtung darf erkennbar bleiben, doch man muss in sämtliche Richtungen zu Kritik willig und fähig sein. Nicht immer ein leichter Spagat, insbesondere dann, wenn die Ideologie des Zeitgeistes das Denken zu vereinnahmen versucht.
Ein Fürsprecher seiner jüdischen Freunde, ein Verteidiger von Schwarz-Rot-Gold…
Wie wohltuend ist es in einer solchen Atmosphäre, Kollegen kennen zu dürfen, auf die man stolz ist, weil sie sich gerade nicht vor den Karren spannen lassen, Geradlinigkeit und Rückgrat auch dann beweisen, wenn ihnen Gegenwind die eigene Kraft aus den Segeln zu nehmen droht. Wer auf der Plattform X unterwegs ist, wird an „David gegen Goliath“ kaum vorbeikommen. Ein Patriot, wie ihn sich das Bilderbuch vorstellt. Ein gestandener Mann, der nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens war. Als Heimkind aufgewachsen, musste er sich früh durchsetzen. Und auch heute kann ihm wenig anhaben. In den neuen Medien wird er auf Listen geführt, weil er eine Sympathie für seine jüdischen Freunde hegt. Er ergreift ihre Stimme, schon allein das macht in einer Welt aus Schwarz und Weiß schnell angreifbar. Mit seinen kurzen und prägnanten Videos lässt er uns nicht nur wissen, was er selbst denkt. Sondern was auch wir in unsere Abwägung einbeziehen können. Der Westdeutsche, der nach eigenen Aussagen die DDR nur aus Geschichtsbüchern kennt, liefert Information und Hintergrund, Rechercheergebnisse und Tiefe, gleichsam kurze Stellungnahmen, in denen er sich ausdrücklich nicht einer dezidierten Partei anbiedert.
Es ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, parteiliche Unabhängigkeit zu wahren…
Stattdessen betont er seine christliche und schwarz-rot-goldene Identität, macht sie zur Maxime in aller Erörterung, lässt kein gutes Haar am kulturellen Verfall der Nation, an einer Verdrängung von Volk, Brauchtum und Tradition. Mit großer Skepsis weist er auf die sukzessive Islamisierung hin, sieht sie als potenzielle Bedrohung und möglichen Untergang der demokratischen Freiheit. Der 1994 geborene Influencer ist zu einer unverkennbaren Instanz geworden, bei der es leichtfällt, sie als Vorbild zu nehmen. Denn da werden Ideale wie Courage und Standhaftigkeit groß geschrieben, Prinzipien und Moral hochgehalten. David ist darüber hinaus ein menschlicher Schatz, der Etikette wahrt, Höflichkeit zu einer Tugend macht, wenn man ihm entsprechend respektvoll begegnet. Er pflegt Stil und Charme, hält aber gleichzeitig nicht mit Widerspruch hinter dem Berg, wo er sie plausibel begründen und legitim unterfüttern kann. Er ist dem konservativen Lager zugeneigt, aber keinesfalls ein Sprachrohr von CDU oder AfD. Denn er macht seine eigene Sache, sucht in seinen Interviews das Gespräch mit Menschen anderer Auffassung, ist neugierig und eloquent, routiniert und erfahren in seinem Metier.
Ein demokratisches Vorbild, das die Zeichen des Untergangs hemmungslos entlarvt!
Er gilt als Peiniger der Brandmauer, David wendet sich gegen Zensur der unbehelligten Rede, gegen die Übergriffigkeit einer zentralisierten EU. Er moniert die Dreiklassengesellschaft von den Eliten über die bessergestellten Flüchtlinge zu den hart arbeitenden Deutschen. Seine Geduld in der Debatte mit Linken ist aufgebraucht, weil sie stets an der Realität vorbeiredeten. Koalitionen mit den Grünen lehnt er aus Prinzip ab, entlarvt sie des Hasses auf diese Republik. Die Warnungen, getäuscht und geblendet zu werden, basieren nicht etwa auf Vorurteilen. Der dezidiert Verfassungstreue erkennt eine für mittlerweile jeden wachsamen Beobachter klar auszumachende Unterwanderung von Rechtsstaat und Gewalten, eine Justiz im Sinne von NGOs. Wirtschaftlich brauche es einen Schutzschirm, die kleinen Leute müssten bewahrt werden vom Preisschock der Kriege. Inflation und Mieten sollten gesenkt, die Diäten der Abgeordneten gestutzt werden. Er verbindet Empathie mit Rigorosität, Aufrichtigkeit mit Vehemenz. Für mich ist der Kolumnist zum Freund und zur Leitfigur geworden, ich möchte ihn nicht mehr in meiner Meinungsbildung missen. Immerhin ist Solidarität mit denen am hehrsten, die gescholten werden.








