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Der Zuspruch für das Bündnis Sahra Wagenknecht ist einer hohen Verunsicherung des Wählers geschuldet!

Politikberater sieht bisher keine überzeugende inhaltlichen Schwerpunkte beim BSW

In verschiedenen Umfragen wird das Bündnis Sahra Wagenknecht mit einer höheren einstelligen Prozentzahl an Zustimmung gesehen. Gleichsam hat der Gründungsparteitag des BSW offenbart, dass es inhaltlich noch sehr viele Widersprüche gibt. Auch die Ziele und Ambitionen der unterschiedlichen Charaktere in der Führungsebene konnten noch keinen einheitlichen Eindruck von Geschlossenheit vermitteln – auch wenn dies nach außen hin suggeriert werden sollte. Diese Überzeugung vertritt der Politik- und Kommunikationsberater Dennis Riehle Konstanz. Er erklärt in einem Statement wie folgt:

Die aus dem Stand so hohe Zustimmung für das Bündnis Sahra Wagenknecht macht auch deutlich, dass die Stimmungslage im Land momentan überaus inkonsistent, fragil und mobil ist. Die Wähler sind offenbar nicht allzu fest an ihre Entscheidung gebunden, fühlen sich nicht immer eindeutig zu einer bestimmten Partei hingezogen oder können sich als unverrückbares und unumkehrbares Stammklientel einer bestimmten politischen Kraft bezeichnen. Stattdessen ist eine nicht unerhebliche Zahl an Bürgern in Bewegung, was die Zustimmung für bestimmte Konzepte und Programme anbelangt. Und das ist auch nicht verwunderlich: Durch eine enorm gestiegene Verunsicherung als Resultat der unzuverlässigen, dreisten und die Freiheiten der repräsentativen Demokratie zweckentfremdenden Ampel vertrauen die Menschen vor allem den Etablierten kaum noch.

Da scheint es auch relativ wenig zu stören, dass das BSW manch durchaus ideologisch fixierte Ansicht und Konzentration auf bewährte Bündnisse durch eine lagerübergreifende Kooperation zwischen Konservativismus und Sozialismus brechen, hinterfragen oder gar auflösen kann. Und die Umfragen machen gleichermaßen auch klar: Das Schreckensbild der Alleinherrschaft der AfD zerbröselt in sich – und widerlegt alle Befürchtungen und Warnungen vor einem Ende der Balance unserer Staatsform, einer „Machtübernahme“ oder gar Vergleiche zu 1933. Das System ist – trotz vielseitigem Reformbedarf – weitgehend widerstandsfähig, gewünscht und jederzeit dazu bereit, sich neu zu ordnen. Bereits durch das Eingreifen neuer Gewichte korrigiert es sich und zeigt sich eben nicht derart verfestigt, wie es manch ein Schwarzmaler als Mahnung und Abschreckung vor einem bestimmten Kreuz auf dem Stimmzettel zeichnen mag.

Von reihenweise von Rechtsextremismus durchsetzen Wählern der Alternative für Deutschland zu sprechen, ist angesichts der neuen demoskopische Erkenntnisse nicht nur unverantwortlich, sondern ein gezielter Versuch der Desinformation, Manipulation, Destabilisierung und Verunglimpfung des gerade nicht von naiver Radikalität – sondern geistiger Vitalität – heimgesuchten Souveräns. Viel eher bekommt die These ein neues Fundament, wonach es viele Unschlüssige im Land gibt, die vornehmlich aus Protest entscheiden – und weniger aufgrund einer verfestigten Überzeugung. Die Schwingungsfähigkeit der Volksherrschaft beweist sich in ihrer stetigen Austarierung. Misstrauen gegenüber dem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Stimme des Wählers muss niemand haben, der nicht von Böswilligkeit, Arglist, Angst und Hilflosigkeit getrieben ist – und deshalb als Kompensation des eigenen Versagens keine anderen Auswege als Brandmarkung und Etikettierung kennt.

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