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Die Klimatologen und ihre Modellierung des künftigen Wetters: Die Schöpfung lässt sich nicht in Formeln pressen, macht sie doch ihr eigenes Ding!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „CO2-Abscheidung: Kann diese Technologie den Klimawandel rückgängig machen?“ (aus: „ZEIT Online“ vom 27.08.2025)

Wir alle machen Fehler. Doch bei ihrer Bewertung kommt es auf zwei wesentliche Fragen an: Waren sie fahrlässig oder gar mutwillig? Und sind wir im Nachhinein bereit, zu ihnen zu stehen und sie zu korrigieren? Bei einer aus 2024 stammenden Studie das Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung ergaben sich nach Prüfung durch Experten gravierende Mängel. Es ging um Prognosen darüber, welche wirtschaftlichen Schäden die sogenannte Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten anrichten wird. Aufgenommen durch zahlreiche Medien, wurde ein katastrophales Bild gezeichnet, weitere Maßnahmen begründet, die uns in der Lebensführung einschränken und Vorgaben über das korrekte Handeln machen sollten. Doch schnell stießen die Vorhersagen auch in Fachkreisen auf Widerspruch. Nicht nur das verwendete Datenmaterial gab Anlass zur Kritik. Wie der Nachrichtensender WELT berichtet, ließen sich darüber hinaus Verstrickungen in Richtung lobbyistischer Organisationen, sogar hinein bis ins politische Berlin, als möglicher Vorwurf an die Verantwortlichen herantragen. Doch sie zeigten keine größere Einsicht, blieben die Macher der Prognose bei ihren Kernaussagen.

Eine Wissenschaft, die auf Einwände unbeeindruckt reagiert, ist absolut geworden…

Auf deren Internetseiten verteidigen sie sich: „Wissenschaftliche Integrität und Transparenz der Forschung sind dabei stets die Leitprinzipien des Instituts“. Und weiter: „Bis 2050 werden die wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel die Kosten für Klimaschutz deutlich übersteigen; diese Schäden sind substantiell und werden hauptsächlich durch Temperaturveränderungen verursacht; sie betreffen insbesondere Regionen mit niedrigem Einkommen und geringen historischen Emissionen. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einem breiteren wissenschaftlichen Erkenntnisstand über das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels und die Vorteile von Emissionsminderungen“. Dabei muss man nicht einmal in die Tiefe mathematischer und statistischer Zusammenhänge eintauchen, um bereits an einem Grundsatz des methodischen Arbeitens in der Empirie hängen zu bleiben, der zumindest nach erstem Eindruck grob vernachlässigt wurde. Schließlich sind es schlichte Schlussfolgerungen, die als Perspektive und Mutmaßung Bestand haben sollen, wenn man Kontexte herstellt, die nur dann über den Einwand erhaben sind, sind ihre Prämissen ergebnisoffen.

Um zu konkludenten Aussagen zu gelangen, bietet die Theorie drei verschiedene Verfahrenstechniken an. Da ist es einerseits die Induktion, welche allein mit Hilfe der Generalisierung von beobachteten Regelmäßigkeiten in der Realität zu einer Fortschreibung über das Kommende gelangt, um dabei vor allem auf Wahrscheinlichkeit, Routine und Automatismen zu setzen. Finde ich am Strand 40 intakte Muscheln, wird auch die nächste Muschel entsprechend unversehrt sein. Bei diesem Gedankengang wird vorausgesetzt, dass zunächst wie Zufälle aussehende Gegebenheiten nach einer gewissen Zeit der ständigen Wiederholung zur verlässlichen Kontinuität werden. Diesem Narrativ ist die Überzeugung immanent, dass es ab einem gewissen Punkt nicht mehr zu Abweichungen, Veränderungen oder gar Umkehr kommt. Dieses Kalkulieren mit pauschalen Normen und dem Paradigma der Beständigkeit bedarf Simplizität in der Beweisführung. Ähnlich verhält es sich mit der sogenannten Abduktion, die einzelne Beobachtungen zu einem Leitsatz zusammenfasst, aus dem heraus sich Gesetze ableiten lassen, die man – auf diesem Schema beruhend – auch morgen noch einzutreten erhofft und erwartet.

Die Klimaforschung ist von viel Naivität oder böswilliger Absicht getrieben…

Plakativ beschrieben, könnte man diese Form der Herangehensweise beispielhaft mit dem Muster umschreiben: Ich finde in der Wüste ein paar Tropfen Wasser, um zu der Auffassung zu gelangen, die nächstgelegenen Oase müsse voll sein mit lauter Nass. Implizierend, dass Hoffnung steht zum Erfolg führt, bleiben solche Annahmen höchst risikobehaftet. Trotzdem scheinen jene Akademiker in diesem Duktus ans Werk gegangen zu sein, die in Brandenburg unter dem Titel „The economic commitment of climate change“ die Devise ausgaben: „In der Studie nutzte das Forschungsteam historische Daten, um abzuschätzen, wie Temperatur- und Niederschlagsänderungen künftig das globale und regionale Wirtschaftswachstum beeinflussen“. Diese überaus kurzsichtige Mentalität, die in einer gewissen Selbstverständlichkeit aus der Vergangenheit auf die Zukunft deduziert, ist fatal. Immerhin fehlt es gerade an der für den Menschen so notwendigen Erkenntnis, dass die Schöpfung nicht zwingend nach Logik abläuft, sondern durch massive Schwankungen in der Geschichte bewiesen hat, wie unzuverlässig sie ist. Die Natur lässt sich kaum in Formeln pressen, die wir in transhumanistischer Manier formulieren.

Diese zivilisatorische Überheblichkeit, welche in ihrer Naivität tatsächlich von der plumpen Gleichung träumt, dass mehr CO2 in der Luft zwangsläufig zu hitzigeren Temperaturen führen muss, ist von einer derartigen Gutgläubigkeit umfasst, wie wohl kaum ein anderes Konzept, das uns jemals als unumstritten, unzweifelhaft, unvoreingenommen und als Mehrheitskonsens verkauft wurde. Betrachtet man die marginale Bedeutung des Kohlenstoffdioxids in der Atmosphäre, knüpft man daran weitere Faktoren wie die Sonnenaktivität, evolutionäre Anomalien, die Erdachse, Methan und Wasserstoff sowie das einfache „Aber“, dass wir in den Alpen und auf anderen Gletschern keine Mumien oder archäologische Überreste finden würden, wäre es an selbiger Stelle noch nie so mild und trocken gewesen wie heute, muss man zu der profanen Maxime gelangen: Hysterie und Panikmache sind dort über den Kopf gewachsen, wo Parteien, Verbände und Ideologen entsprechende Modellrechnungen herbeisehnen, um ihren Kurs der Verhaltensänderung, des Gängelns und Bevormundens, des Verzichts und der Transformation als Ausdruck von Herrschaft und Potenz rechtfertigen zu können.