Fragwürdiges Väterglück: Der mediale Jubelruf über die „Elternschaft“ von Hendrick Streeck und Paul Zubeil ist eine bioethische Zumutung!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Vip News: Virologe Hendrik Streeck und sein Mann sind Eltern geworden“ (aus: „Stern“ vom 16.04.2026)

Als schwuler Mann hat man es in der heutigen Zeit nicht leicht. Und das liegt weniger an fehlender Akzeptanz der Homosexualität in der Gesellschaft. Sondern begründet sich in der zunehmenden Instrumentalisierung durch eine Bewegung, die immer neue Rechte einfordert, auf Teufel komm raus um jegliche Gleichstellung kämpft, im Zweifel auch gegen evolutionäre Gesetzmäßigkeiten lobbyiert. Deshalb habe ich großes Verständnis für manch eine Aufregung und Empörung anlässlich der jüngst kursierenden Schlagzeile: „Baby da! CDU-Politiker Hendrik Streeck und Ehemann Paul sind erstmals Eltern geworden“. Nein, glücklicherweise sind Wissenschaft und Forschung noch nicht so weit, dass zwei Personen maskulinen Geschlechts ein Kind bekommen können. Was derartige Überschriften in ihrer realitätsnegierenden Suggestion bewirken, ist ein sukzessives Vorschubleisten von Argwohn und Ressentiments. Denn man kann und will es, nicht nur konservativen Kreisen, kaum erklären und zumuten, was derzeit an Drangsal und Schikane an der Schöpfung verübt wird. Liebe zwischen zwei Menschen mit ähnlichem Genitale erweist sich als eine Normvariante der Natur. Nachwuchs unter selbigen hingegen weniger.

Der Verwirklichungsdrang sich lange benachteiligt gefühlter Homosexueller scheint immens!

Sie hat viel mit Narzissmus zu tun, mit dem unbedingten, fast gnadenlosen Willen, Grenzen zu überwinden, ganz im Geiste des Transhumanistischen. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung ließ gezielt offen, wie Paul Zubeil und er zu „ihrem Sohn“ gekommen sind. Derzeit halten sie sich weiter in den USA auf, die Geburt soll in Idaho stattgefunden haben, einem Bundesstaat, in dem die kommerzielle Leihmutterschaft legal und etabliert ist. Nicht umsonst gilt diese Ausflucht in der Bundesrepublik als anrüchig und verpönt, bleibt aus guten Gründen unter Strafe gestellt. Man kann von kontextspezifischen Faktoren sprechen, wenn der nahezu universell wirkende Drang nach „Ich will“ das Unmögliche erzwingen soll. Die Individualisierung der vergangenen Jahrzehnte, immer frühzeitiger auftretende Coming-Outs mögen den Wunsch nach Akzeptanz, aber auch nach einer gewissen Verwirklichung durch sogenannte Reproduktion stärker werden lassen. Hierbei spielen sozioökonomische Gründe oftmals eine nachrangige Rolle. Viel eher dürfte das Verlangen nach biografischer Verarbeitung eines möglichen Versteckens, einer dauerhaften Bewusstseinsspaltung und einer langfristigen Scham intrinsische Motive haben.

Einen Normalisierungsprozess dieses Fortpflanzungstourismus darf es nicht geben!

Doch es macht nicht etwa jene gangbaren Möglichkeiten gewöhnlicher, die weder Bibel noch deutsche Gesetzbücher kennen. Sondern der egoistische, paardynamische und identitäre Charakterzug lässt das Bedürfnis nach Integration, Bestätigung oder Beziehung derart weitreichende Ausmaße annehmen, dass es nicht verwundern darf, wenn der Aufschrei groß ist. Die Debatte dreht sich nur bedingt um die Frage, ob zwei Männer adäquate Bezugspersonen sein, erziehen und Wärme geben können. Daran gibt es geringeren Zweifel denn an dem Umstand, dass eine Entkopplung von Zeugung, Schwangerschaft und Elternschaft, einer plötzlichen Entzweiung zwischen genetischer und austragender „Mutter“, das Risiko persistierender Entwicklungsstörungen begünstigen dürfte. Insbesondere im Alter zwischen sieben und zehn Jahren machte die Cambridge Longitudinal Study (Golombok et al.) signifikante Anpassungsschwierigkeiten bei sogenannten „Surrogacy-Kindern“ aus. Diese standen häufig im Zusammenhang mit dem Verständnis von Herkunft und dem Gefühl, „anders“ zu sein. Das Hadern mit dem „Wer bin ich wirklich?“ und die Suche nach Ursprung berichten insbesondere angloamerikanische Untersuchungen.

Zwei Männer, die oftmals vergessen, an die Ausbeutung des Körpers einer Frau zu denken!

Nicht zu vergessen ist aber auch die Würdeverletzung der Frau, die zu einer „Gebärmaschine“ degradiert zu werden droht. Da spricht man bereits von „Fortpflanzungstourismus“, von der Ausbeutung eines Körpers, der für fremde Interessen herhalten soll. Gerade dieser ethische Aspekt wiegt dort besonders schwer, wo man selbst zwar nicht getauft ist, aber nach eigenen Angaben „Sympathie für den Gedanken Gottes“ hat. Der Virologe und sein Pendant sind mit ihrem konfrontativen Gang in die Öffentlichkeit nicht nur auf Zuspruch gestoßen. Während die Medienlandschaft nahezu komplett begeistert scheint, regt sich Widerstand an der Basis der Partei. Da wird zum Vorwurf gemacht, das Bild einer liebevollen Regenbogenfamilie zu unterstreichen, während die Gegenrede marginalisiert bleibt. Die Dissonanz zu einem Wertekonsens wirkt gleichzeitig wie die privilegierte Umgehung des Rechtsstaates. Persönliche Erfüllung über juristische Verankerungen zu stellen, zu deren Einhaltung man gerade auch als Volksvertreter besonders verpflichtet ist, produziert Spannungen und Provokation. In diese manövrierte sich Streeck selbst. Er sollte sich deshalb der euphorisch gepriesenen Kulturverschiebung im Klaren sein.