Sorge vor einer Neuwahl-Koalition mit der AfD: Kanzler Merz hat Vollmacht und Pflicht zugleich, den schwarz-roten Spuk endlich zu beenden!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Regierungskrise – Merz recht mit SPD ab: ‚Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit“ (aus: „Apollo News“ vom 03.05.2026)

Was wird da nicht schon alles diskutiert, wie es in Berlin weitergehen könnte. Denn mittlerweile rumort es bis an die Basis der Union. Und zwar so laut, das Friedrich Merz nicht mehr überhören kann, wie hinter vorgehaltener Hand über ihn gesprochen und gedacht wird. Teilweise machen prominente Vertreter die Kritik sogar öffentlich, die ersten Abgeordneten distanzieren sich, zeigen großes Unverständnis über den Stil des Kanzlers. Schließlich scheint ihnen klar zu werden, dass man aufs falsche Pferd setzte. Es begann schon mit der Bereitschaft, sich Koalition und Amt bei den Sozialdemokraten zu erkaufen. Der Preis waren Sondervermögen und Schuldenbremse, bei der Wahl im Plenum stand man kurz vor der Abhängigkeit zu den Linken. Wahrscheinlich hätte man den Unvereinbarkeitsbeschluss kurzerhand über Bord geworfen, allein um des Einzugs in die Waschmaschine willen. Schon bald nach Beginn der Legislatur reihte sich ein Fehler an den nächsten. Wiederzuerkennen war von der CDU rasch gar nichts mehr, ihr Profil wurde auf dem Altar eines zunächst solide wirkenden Bündnisses geopfert.

Der Außenkanzler hat jegliches Gespür für die innenpolitischen Probleme verloren!

Ihm fehlte das Rückgrat, als er den völlig richtigen Befund über ein verändertes Stadtbild zu Protokoll gab, dann aber relativierte und zurückruderte, als ihm die geballte Macht „unserer Demokratie“ entgegenschlug. Vermeintlich positive Entscheidungen wie jene zur Strompreisbremse kommuniziert der Sauerländer lapidar. Enthusiasmus schlägt dem Beobachter nur dann entgegen, wenn es um die Ukraine geht. Der 70-Jährige gilt als der eigentliche Außenminister unserer Nation. Er kennt Selenskyj wohl besser als manch einen der eigenen Mitarbeiter. Häufig wirkt der Hüne überrascht vom Gegenwind, wechselt allzu schnell in die Defensive, gibt sich wehleidig und theatralisch, präsentiert das Mobbingopfer, weil er nicht verstanden hat, dass man in einer prädestinierten Rolle mehr aushalten muss als der Privatmensch. Ungnädig tritt er provokant und hart nach unten auf, kann aber im Gegenzug schlecht einstecken. Seine Überempfindlichkeit nervt mittlerweile auch das engere Umfeld. Von einem Fettnäpfchen ins nächste tappend, gilt Merz nunmehr ohne Umschweife als deutlich angezählt.

Abgrenzung nach links und rechts, doch die Angst vor einer AfD-Koalition überwiegt…

Er habe „keine Vollmacht, die CDU umzubringen“, betonte der Regierungschef in der jüngsten Ausgabe von Caren Miosga. Allzu viel fehlt nicht mehr, dass die Apparate eine Nulllinie anzeigen. Im Konrad-Adenauer-Haus wird bereits reanimiert, über Strecken wirkt die Partei ohnehin hirntot, seit sie sich gegenüber Lars Klingbeil erpressbar gezeigt hat. Man steht unter der Fuchtel eines Zwölf-Prozent-Partners, weil Richtlinienkompetenz bei jenem ein Fremdwort ist, dessen Führungsstil bisweilen als autoritär und auffallend unvorbereitet beschrieben wird. Möglicherweise ist der Familienvater mit seinen Gedanken ganz woanders, muss er doch die Seitenhebe aus Washington verkraften, irgendwie so tun, als ob der Abzug von mindestens 5.000 US-Soldaten aus der Bundesrepublik ein ohnehin längst absehbares Manöver sei. Dass er viel eher der individuellen Taktlosigkeit gegenüber Donald Trump geschuldet ist, was die ungehobelte Kritik zum Iran-Krieg angeht, kann er auch deshalb nicht zugestehen, weil ihm fehlendes Fingerspitzengefühl, Arroganz und mangelnde Selbstreflexion nachgesagt werden.

Friedrich Merz hat sein eigenes Volk schneller fallen gelassen als jede heiße Kartoffel…

In der Wirtschafts- und Steuerpolitik stocken die versprochenen Reformen weiter, die hart arbeitende Mitte wird nicht nur durch Spekulationen über ein höheres Renteneintrittsalter, sondern auch die Einschätzung zu einer lediglichen Basisabsicherung vor den Kopf gestoßen. Ehepartner sollen künftig in die Krankenkasse einzahlen, die Ressortchefin für Gesundheit blieb auch deshalb Vorschläge zu Kürzungen bei Migranten schuldig, weil sich ihr Chef allzu gerne um das Aussprechen innenpolitischer Missstände drückt. Wie mag es wohl zugehen hinter verschlossenen Türen, wenn wir lediglich von Schreiduellen mitbekommen? Mittlerweile weniger angesehen als die Ampel, als Frontmann weltweit auf dem letzten Platz, ist der Geschichtseintrag über Friedrich Merz bereits geschrieben. In der Fraktion baut sich eine Gegenbewegung auf, nicht gänzlich ausgeschlossen, dass die Rebellion im Herzen beginnt. Denn die Umfragen bringen in Zugzwang, auch wenn Steinmeier vor Neuwahlen abschirmen will. Eine Staatskrise lässt sich nicht aufhalten, sondern allenfalls hinauszögern.