Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Wie die Evangelische Kirche Mitteldeutschland gegen die AfD Stellung bezieht“ (aus: MDR vom 20.01.2026)
Wer eine katholische Eucharistiefeier besucht, der bittet unter anderem: „Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde!“. Scheinbar hat auch die evangelische Kirche einen solchen Hilferuf dringend nötig. Immerhin gerät sie auf das falsche Gleis, betont sie aktuell zwar, mit ihrer Kampagne „Herz statt Hetze“ lediglich ein Wertefundament legen und einen Beitrag zur Demokratie leisten zu wollen, indem sie sich gegen die AfD in Sachsen-Anhalt stellt. Doch in Wahrheit bildet sie eine unheilige Allianz mit Regierenden, Mächtigen und NGOs. Kurz vor der Landtagswahl mischt sie sich in den politischen Wettbewerb ein, bezieht nicht nur ideologisch Stellung, sondern lässt sich von jenen instrumentalisieren, die um den Zugang zu den Schaltstellen des Einflusses fürchten.
Hier werden also Gläubige nach Parteibuch sortiert, man fungiert als Steigbügelhalter des etablierten Systems. Ein charismatischer Spitzenkandidat soll in ein schlechtes Licht gerückt werden, weil er sich nahe an der absoluten Mandatsmehrheit aufhält. 1933 bis 1945 kooperierte auch der Protestantismus mit dem NS-Regime, wollte „Irrlehren“ und „feindliche Einflüsse“ des Judentums ausschließen. Da scheint man sich nunmehr ähnlich in den Vordergrund rücken zu wollen wie in der Weimarer Republik, möchte offenbar nachholen, was man damals verpasste. Voreilig und reflexartig gegen vermeintlich „rechtsextremistische“ Umtriebe Stellung beziehen, tatsächlich aber wider das Verständnis von Chancengleichheit handeln, die alle ideologischen Konkurrenten äquivalent berücksichtigt.
Nicht die AfD ist fern von der Schrift, die Kirche hat Abstand genommen von ihren Wurzeln!
Wie sagte doch schon Matthäus in Kapitel 7: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden“. Doch die Bibel scheint ohnehin längst überholt, hat man sich von der Geschlechterbinarität ebenso entfernt wie von der Überzeugung, dass Gott die Schöpfung in Balance hält, nicht aber der Homo sapiens in seinem Klimaaktivismus. Kein Amen für die Alternative für Deutschland, kein Halleluja für Ulrich Siegmund. An einer solchen Stelle waren wir immer wieder in der Geschichte. Jedes Mal endete der Schulterschluss mit staatlichen Kräften in Heuchelei und Scheinheiligkeit. Da ist nichts mehr von dem Mut, den man in der DDR zeigte, als man sich mit der Opposition verbündete, statt sich anzupassen.
Die Heilige Schrift wird deutlich: „Denn ich weiß nicht, was ich tue; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das tue ich“, so heißt es im Römerbrief. Getrieben von einem Argwohn auf den Dissidenten, spielt man sich hervor als der angebliche Rächer von Menschenwürde und Nächstenliebe. Dabei sind die Positionen der AfD eigentlich gar nicht so verdächtig, sondern entsprechen sehr wohl dem, was auch die Testamente hergeben. Das Gleichnis des barmherzigen Samariters unterstreicht noch einmal, dass unsere Hilfe zunächst einmal dem unmittelbaren Nachbarn gelten soll, ehe wir uns auch dem Bedürftigen aus der Fremde zuwenden. Völkerwanderungen rund um den Globus sind eigentlich nicht vorgesehen, hat Gott doch jedem seiner Ebenbilder einen Platz zugewiesen.
Die Bibel spricht sich gegen Geschlechtervielfalt, Klimairrsinn und Migrationsströme aus!
Toleranz und Vielfalt, bis ins Absurde getrieben, entsprechen nicht der Gangart, die exemplarisch Nehemia vorgibt, also ein Buch, das dezidiert vor der Vermischung sämtlicher Kulturen warnt. Schon in 1. Mose herrscht Klarheit darüber, dass wir als Mann und Frau geschaffen sind. Biologisch und evolutionär klar, ohne den Anspruch, unsere Identität nach Gefühl ändern zu können. Ebenfalls in Genesis wird deutlich, dass wir uns die Erde Untertan machen sollen, also auch befugt sind, ihre Ressourcen zu verwenden. Da steht nichts von Verzicht aus ökologischen Gründen oder wegen der Temperaturen, Luisa Neubauer wird nicht fündig werden, sucht sie nach Versen, die uns in eine panische Stimmung versetzen sollen, gar Schuld einreden, weil wir uns dessen bedient haben, was zur Verfügung ist.
Insgesamt muss man sich allzu sehr verbiegen, will man Argumente dafür finden, sich gegen jene Vernunft zu stellen, die die Alternative für Deutschland programmatisch vertritt. Man kann sich höchstens auf den Zeitgeist beziehen, doch er ist dem Vater wie dem Sohn ein Dorn im Auge. Epheser mahnt uns, nicht zum Spielball der Winde zu werden, doch genau das tut eine Institution, die sich in ihrer moralischen Hybris paktierend auf eine Seite stellt. Sie fühlt sich dabei als etwas Besseres, doch Hochmut kommt vor dem Fall. Kaum ein Wähler wird sich irritieren lassen von dieser offensichtlichen Strategie der Einflussnahme auf den Willen des Souveräns. Wir sind mündig genug, können auf die Predigten der Oberlehrer von den Kanzeln pfeifen. Denn der Segen liegt auf den Sanftmütigen, nicht auf den Lauten.







