Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Untersuchung – Porno-Vorwürfe an Oberschule in Schleife: Darum geht es bei dem Vorfall“ (aus: MDR vom 16.04.2026)
Da denkst du als 14- oder 15-Jähriger an nichts Schlimmes, wird im Schulunterricht eine Projektwoche angekündigt, die unter dem Thema Mut, Krisenbewältigung und Zukunftsängste stehen soll. Doch für eine 9. Klasse an der Deutsch-Sorbischen Schule in Schleife im Landkreis Görlitz in Sachsen wurde die Veranstaltung zu einem Alptraum. Zwei Kursleiterinnen, Theaterpädagoginnen einer linken Jugendorganisation, die sich teilweise als „non-binär“ beschrieben, präsentierten Zeitschriften und Hefte, unter denen sich mindestens ein Magazin befand, in welchem pornografisches Material abgedruckt war. Zu entnehmen: Männer bei sexuellen Handlungen, aber auch andere freizügige Darstellungen, schlichtweg nackte Haut. Keinesfalls unverblümt oder versteckt, sondern augenscheinlich als völlige Normalität. Lehrer waren im Workshop nicht anwesend, man vertraute auf Externe, mit offensichtlich verheerendem Ergebnis. Denn der ideologische Super-GAU ging noch weiter. Die Anwesenden wurden darüber hinaus offenbar aufgefordert, sich nicht etwa mit Namen vorzustellen, sondern mit ihren „Pronomen“. Nach Berichten von Zeugen sollen die Verantwortlichen mit Blick auf die Region im Osten überdies Vokabular wie „Naziregion“ und „Fascholand“ verwendet haben. Ein Politikum nahm seinen Lauf.
Ganz „versehentlich“ rutschen Bilder über „queeren“ Oralsex in das Unterrichtsmaterial…
Mehrere Jugendliche informierten daraufhin die Eltern, welche Strafanzeige erstatteten. Der Termin wurde sofort abgebrochen. Zuständig war die „Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken“, welche unter anderem durch die „Amadeu Antonio Stiftung“ gefördert wird. Selbige Unterstützung hat man mittlerweile umgehend gestoppt. Doch da war das Kind bereits in den Brunnen gefallen, mit offenkundiger Leichtfertigkeit wurden Tafel und Pult anrüchigen Interessenvertretern überlassen. Die Beteiligten räumten ein, die Schweizer Zeitschrift „Queer Sex – Whatever The Fuck You Want“, welche eigentlich erst ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen ist, sei „versehentlich“ in die Unterlagen gerutscht. Das sächsische Kultusministerium und das Landesamt für Schule und Bildung prüfen nunmehr mögliche Verstöße gegen geltende Gesetze. Die Polizei hat gegen beide Frauen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige aufgenommen, es gilt die Unschuldsvermutung. Der Bürgermeister der CDU verurteilte den Vorfall scharf, die AfD forderte Konsequenzen, die Ausweisung von NGOs aus den Klassenräumen. Dass nunmehr die Empörung durchs ganze Land schwappt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es sich keinesfalls um den ersten Vorfall dieser Art handelte.
Die Debatte und Empörung über linke Vielfaltsphantasien reichen über zehn Jahre zurück…
Schon 2015 hatte der Bildungsplan in Baden-Württemberg vor, geschlechtliche Vielfalt stärker zu thematisieren. Hierbei stand vor allem das Ziel der Sexualpädagogik im Vordergrund, was zu großangelegten Protestaktionen führte. Immerhin sollten sich Schüler in bestimmte Situationen einfühlen, Rollenspiele mit Dildos und Handschellen waren in den zur Unterrichtsbegleitung empfohlenen Büchern beschrieben. In der Stadtbibliothek von Bogenhausen in München gab es 2023 eine geplante Lesung für Kinder ab vier Jahren mit der Drag Queen „Vicky Voyage“ und Drag King „Eric BigClit“, deren Name explizit genitalbezogen war. Das Motto sollte lauten: „Wir lesen euch die Welt, wie sie euch gefällt“. Veranstalter, Grüne und Linke verteidigten den Termin als ein Projekt zur Vielfaltsförderung, konservative Politiker sprachen davon, dass nicht zuletzt mit einer hypersexualisierenden Erscheinung rote Linien überschritten worden seien. Ähnliche Vorfälle gab es in Berlin, Wien und Zürich. In der deutschen Bundeshauptstadt las ein Künstler mit Vorstrafe wegen Kinderpornografie bei einem steuerfinanzierten Event für Minderjährige. „Jurassica Parka“ stand erneut im Fadenkreuz der Justiz. Kooperationspartner wie das ZDF distanzierten sich, löschte eine Fernsehausstrahlung.
Die Öffentlichkeit scheint sich einig, dass Tuchfühlung ab Vorschulalter Misshandlung ist…
Unbestritten ist mittlerweile, dass unter dem Deckmantel von Toleranz, Identitätsfindung und Selbstbestimmung immer früher dazu geneigt wird, Sprösslinge mit jener Aufklärung in Kontakt zu bringen, die man einst ab der Pubertät zum Gegenstand machte. Begründet wird diese Entwicklung mit dem angeblichen Gespür ab dem Vorschulalter, möglicherweise nicht Mann oder Frau sein zu wollen. Eine Reifeprozess soll in die Länge gezogen werden, manche Erwachsene mit einer sogenannten „Transpersönlichkeit“ scheinen auch mit Renteneintritt noch nicht gänzlich geklärt zu haben, ob und welchem Geschlecht sie angehören. Hier geht es nicht etwa um Normvarianten der Natur, sondern um die Tagesverfassung, um ein Gefühl, um den Trotz gegenüber gesellschaftlichen Werten, Regeln und Prinzipien. Doch die Allgemeinheit darf sich nicht unter Anwendung der Moralkeule erpressen lassen, jede Form der Verwirklichung zu respektieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein subjektiver Anspruch an größtmöglichen Pluralismus, an eine anzügliche, unstetige und provokative Lebensform von einer Mehrheitsöffentlichkeit als Affront, Zumutung oder gar Perversion verstanden wird, die nicht einmal mehr Halt macht vor dem Schutzanspruch auf sexuelle Unversehrtheit der Kleinsten.








