Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Islamismus in Deutschland: ‚Diese Politik hat jeglichen Kontakt zur Realität verloren'“ (aus: WELT vom 13.03.2026)
Die Jugend in Deutschland wird nicht nur geschlechtlich vielfältiger, sondern auch mit Blick auf ihr religiöses Bekenntnis diverser. Mittlerweile sind rund 15 Prozent der unter 18-Jährigen in der Bundesrepublik muslimisch. Doch nicht nur das, sie teilen fast mehrheitlich eine radikal islamische Gesinnung. Deutlich immanenter vertreten sind extreme Positionen, der Nachwuchs gibt sich absoluten Überzeugungen zugeneigter als die Älteren. Rund 11,5 Prozent der Sprösslinge hängen demnach manifest theokratischen Denkweisen an, weitere 33,6 Prozent gelten als latent gefährdet, ins Lager der Fundamentalen zu wechseln. Dort gibt es kein Problem damit, die Regeln des Koran als wichtiger zu betrachten denn das Grundgesetz. Über zwei Drittel der Kohorte befürworten, diese heilige Schrift über die weltliche Verfassung zu stellen. Rund 46 Prozent sehen einen Gottesstaat als erstrebenswert an, gut 35 Prozent zeigen Verständnis für Gewalt gegenüber Andersgläubigen, ohne Scham oder Skrupel, sondern selbstbewusst und elitär.
Populäre Suren der Jugend drehen sich um Tod und Vernichtung von Andersgläubigen…
Da findet beispielsweise die Sure Akzeptanz: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet“ (9,5). Der sogenannte „Schwertvers“ genießt eine gewisse Hochkonjunktur, drängt die Passage aus 2,256 in den Hintergrund: „Es ist kein Zwang in der Religion“. Diese liberale und diplomatische Sichtweise scheint ins Abseits zu geraten, „Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden…“ (5,51) gilt auch deshalb als zu bevorzugen, weil man konkurrierende Monotheismen nicht als gleichwertig betrachtet, sondern lediglich als Vorläufer, die in der Gegenwart vollendet werden müssen. „Unterwerfung“, so lautet die Übersetzung des Islams. Sich selbst ordnet man Allah unter. Die restliche Welt hingegen möge nach Mekka gerichtet sein. Wer sich widersetzt, wird zum Teil des „Verfalls“ erklärt. Im Kalifat hätte wohl jeder schlechte Chancen, der die Volkssouveränität gegenüber dem Salafismus präferiert. Wehe dem, der behauptet, die Integration sei gescheitert. Doch es ist ein Gräuel, zu heucheln.
Hass auf Juden und Christen ist bei einem Teil des Nachwuchses in die DNA geschrieben…
Antisemitische Tendenzen sind keine Ausnahme mehr, sondern werden zur Regel. Tradition und Konformität, unter diesen hehren Werten wird nichts Anderes schöngeredet als Tyrannei gegenüber dem Abendland. Ins Fäustchen lachen dürften sich jene, die unsere Toleranz dankbar ausnutzen, über unsere Naivität grinsen, Dogmen preisen, Frauen ächten, Homosexuelle verfolgen. Eine Herrschaftsform ist willkommen, an deren Spitze Mohammeds Abgesandte stehen. Die Ramadan-Beleuchtung ist nur ein Symptom für eine fehlgeleitete Anbiederung, mit Minarett und Muezzin wurde Dominanz geschaffen, ganz im Sinne derer, die uns weismachen wollen, Minderheitenschutz à la Unterjochung habe irgendetwas mit Artikel 4 zu tun. Das Patriarchalische kehrt zurück, Geschlechtertrennung wird bereits in Universitäten und Schwimmbädern praktiziert. Terror und Konflikt erweisen sich in bestimmten Gruppen als Ideale, da wird vom Jihad gepredigt und geschwärmt, Kopftuchpflicht und Gesichtsverschleierung sind nur der Anfang.
Vorzüge von Kalifat und Scharia, Verachtung für Demokratie, Freiheit und Toleranz…
Denn Säkularität soll es morgen nicht mehr geben, geht es insbesondere nach der Generation bis zum Alter von 25, in der sich die Ressentiments nur so stapeln. Da ist Jesus kein Vorbild, sondern muss aus den Köpfen getrieben werden. Blasphemie soll strafbar sein, geht es nach jenen, die im Zweifel auch nicht davor zurückschrecken, Hände abzuhacken. Diese Prognose mag martialisch klingen, doch wir sind längst über den Kipppunkt hinaus. Mit Eingliederung und Mäßigung wird sich die Welle kaum noch einfangen lassen. Die Scharia ist plötzlich kein Hirngespinst mehr, das nur noch Randgruppen teilen. Sondern die Verachtung der Freiheit wird zu einem Gemeingut, das Paradoxon von Popper erweist sich als Realität. Wie lange wollen wir noch der Sage aufsitzen, es gehe vornehmlich um Friede, Freude Eierkuchen? Solange Altbundespräsidenten weiterhin ihrer These anhängen, eine Geisteshaltung der Aneignung und Eroberung gehöre zu Deutschland, ist das Schwert der Zukunft über der Vertrauensseligkeit in unseren Köpfen gebrochen.








