„Sie werden die Ohren von der Wahrheit abwenden“: Wie der Katholikentag einer queervulnerablen Meinungsdiktatur frönt!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Katholikentag 2026 in Franken: Bundespräsident Steinmeier fordert ‚gesellschaftliche Gegenwehr'“ (aus: „Nordbayern“ vom 16.05.2026)

„Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch umgestalten durch die Erneuerung eures Denkens, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene“, so appelliert der Römerbrief mit einem der klarsten Sätze der Bibel an die Menschen, sich nicht dem Geist der Moderne hinzugeben, sondern dem Trend der Beliebigkeit zu widerstehen. Doch was nutzen all die Mahnungen, wenn sie nicht mehr berücksichtigt, verstanden und umgesetzt werden, weil die Schäfchen einer Herde von Priestern, Bischöfen und Laien hinterherlaufen, denen die Testamente weniger wert sind als ihr Ruf in der aktivistischen und aufmüpfigen Szene. Selten hat eine Veranstaltung deutlicher gemacht, wie entfernt die Kirche mittlerweile von ihren Wurzeln ist, als der Katholikentag in Würzburg. Da reiht sich ein Termin an den nächsten, bei denen der Normalverständige schon Schwierigkeiten hat, sich unter dem Titel etwas vorstellen zu können. Beispielsweise, wenn es um „Queer in der Klimakrise: Vulnerabilität und Empowerment – auch in Europa“ geht, ausgerichtet von „Christians For Future“.

Christus schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, Leo versteht die Welt nicht mehr…

Jesus würde mit den Achseln zucken, möglicherweise ein Wörterbuch aus der Tasche holen. Es gab tatsächlich Perioden in der Geschichte, da stand noch das Evangelium im Mittelpunkt, wenn Gläubige aus Anlass der Besinnung auf das Wesentliche zusammenkamen. Heute würde Papst Leo XIV. jenen wohl ein „Dislike“ hinterlassen, die vollkommen die Orientierung verloren haben, fragen sie danach, wie sich „Regenbogenfamilien“ unter dem Dach der Heiligen Schrift verwirklichen lassen. Die Antwort lautet schlicht und einfach: Gar nicht. Vater und Mutter bilden die Keimzelle der Ehe, den Ursprung von Nachwuchs. Andere Konstellationen mögen im Hier und Jetzt denkbar sein, doch sie genießen keinen Vorzug, sind ein Konstrukt der Gegenwart, keine Eventualität im Evangelium. Auf einem weiteren Podium soll gelehrt werden, dass sich die Bergpredigt unter dem Motto „Wieso G*TT Fan von Vielfalt ist“ lesen lässt. Man braucht also eine buntfarbene Brille, um Kapitel und Verse so weit zu verdrehen, zu deuten und aus dem Zusammenhang zu reißen, dass sie vor Drehschwindel mit der ursprünglichen Überlieferung nichts mehr gemein haben.

Sensibel und empfindsam gegenüber allen und jedem, nur nicht mit Blick auf die Bibel…

Segnungsfeiern lassen sich auch für Transpersonen gestalten, darauf weist ein weiterer Workshop hin. Und selbst der Religionsunterricht soll nicht mehr frei sein von Ideologie. Pädagogen sind eingeladen, die sexuelle Selbstbestimmung in der Sünde von Adam und Eva zu thematisieren. Barrieren sollen überwunden werden, so heißt es offiziell. In Wahrheit ist ein ganzes Wochenende gekapert worden durch den Aktivismus. Vom Netzwerk römischer Lesben bis zu „OutInChurch“ ist alles dabei. Darüber hinaus Tipps und Ratschläge, wie Gemeinden und der Einzelne den CO2-Fußabdruck senken können. Anstelle von Vertrauen in die Schöpfung, auf das Gleichgewicht der Fügung wird auf Moralisierung und Schuldbewusstsein gesetzt. Das E-Auto mutiert zur Monstranz, das Leib Christi erweist sich nicht nur vegan und biologisch abbaubar, sondern ressourcenschonend handgemacht unter der Prämisse des 1,5-Grad-Ziels. Statt Glockenläuten hört man künftig das Rauschen der Wärmepumpe. Die Lesung stammt aus dem Buch Luisa, das Halleluja preist den heiligen Robert. Und wem Stöckelschuhe auf der Kanzel noch zu wenig sind, der trommelt.

Heuchler und Frevler haben Hochkonjunktur, weil der involvierte Klerus sie gewähren lässt…

Beispielsweise in der Marienkapelle am Unteren Markt, die kurzerhand der Demokratie gewidmet wurde. Nicht nur lautstarke Omas scheinen willkommen, sondern alle, die die Volksherrschaft bis heute nicht verstanden haben. Wie man in der Zivilgesellschaft „richtig“ miteinander kommuniziert, soll dort besprochen werden. Der Markt der Meinungen thematisiert explizit, wie sich Perspektiven von Rechtsaußen im Keim ersticken lassen. Von den Podien sind Vertreter der AfD explizit fernzuhalten, der Zusammenhalt gilt nur für die „Guten“. Wie machte doch Timotheus schon klar: „Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufladen, weil ihnen die Ohren jucken; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich zu den Fabeln hinwenden“. Und Matthäus ergänzte passend: „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Man kann nur dankbar sein, wie viele sich mittlerweile entschlossen haben, ihr Bekenntnis ohne die Institution abzulegen.