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Heiße Luft und Beifall aus der Filterblase: Wie Linksaktivisten das Publikum im Konstanzer Astoriasaal auf Anti-AfD-Linie brachten…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Bündnis beobachtet rechte Umtriebe am Bodensee: ‚Die sind gefährlich und fanatisch'“ (aus: SÜDKURIER vom 22.01.2026)

Eigentlich hätte es zum Unwort des Jahres gekürt werden müssen. Denn mittlerweile hat sich die Begrifflichkeit des Rechtsextremen abgenutzt. Heute gilt bereits als verdächtig, wer einen Dackel mit sich führt oder einen Kapuzenpullover trägt. Und trotzdem scheint sich die sogenannte Zivilgesellschaft mobilisieren zu lassen, rufen die Rächer für das „Gute“ zu einer Informationsveranstaltung des Konstanzer Bündnisses „Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts“ auf. In einem überfüllten Saal präsentierten zwei altbekannte Referenten über Monate gesammelte Informationen, die Belege darüber liefern sollen, wie sehr die AfD vor Ort mit verdächtigen Strukturen in Kontakt ist. Konkret ging es um mögliche Verbindungen zu vermeintlichen Verschwörungstheoretikern, Repräsentanten des Schweizer Netzwerkes „Junge Tat“, der „Identitären Bewegung“ (IB) und dem „Dritten Weg“. Mehrere konkrete Beispiele wurden angeführt, doch ob sie tatsächlich stellvertretend dafür stehen können, einen Generalsverdacht zu erheben, blieb für den kritischen Zuhörer fraglich.

Applaus, geliefert wie bestellt: Gab es Publikum jenseits des eigenen Dunstkreises?

Da wurde beispielsweise ein ehemaliger Funktionär aus dem Bodenseeraum genannt, der verschiedene Ämter innehatte, unter anderem in der Bundestagsfraktion. Dort ist er Koordinator für das Thema Sicherheit gewesen, wurde allerdings strafrechtlich verurteilt, soll er im Besitz verbotener Gegenstände gewesen, wegen Trunkenheit am Steuer belangt und aufgrund von Bedrohung angezeigt worden sein. In Chats habe er Kodierungen verwendet, die der neonazistischen Szene zugeordnet werden. Zunächst weigerte er sich, seine Posten zu räumen, was innerhalb der Partei für Querelen sorgte. Ein anderer Fall zeigt jedoch, wie leicht es sich investigative Aufklärer im Geist des Antifaschismus machen, die aus Einzelfällen pauschalieren. Erst jüngst waren es genau diese Aktivisten, die sich nun ihrer eigenen Recherchen rühmen, welche einen Beisitzer im Kreisverband einstiger Rollen in der IB überführt haben wollen. Mit einer Pressemitteilung erreichten sie auch den SWR, in der Folge wurde derart öffentlicher Druck ausgeübt, dass Patrick Böhler das Feld räumte.

Wenn aus Beispielen rasch ein Urteil wird: Nicht einmal die Indizienkette hat getragen…

Es geht hier nicht um sachbezogene Transparenz, sondern um Pranger, Isolation, Ausgrenzung und eine Rufmordkampagne, spielt man sich als Ermittler und Richter gleichzeitig auf. Es hat weder etwas mit seriösem Journalismus zu tun, noch kann dieses Engagement als Beitrag für den sozialen Zusammenhalt gesehen werden. Ganz im Gegenteil. Wir sind in einem Zeitalter der Denunziation angekommen, in dem es darum geht, andere Menschen aufgrund ihrer Gesinnung und Meinung wie die Sau durchs Dorf zu treiben, ihre Existenz zu zerstören, sie anzuschwärzen und unter dem Applaus eines progressiven Publikums zum gesellschaftlichen Schafott zu führen. Denn wer definiert die Grenze zwischen legitim und unrechtmäßig, zwischen hehr und anrüchig, zwischen verfassungsfeindlich und grundgesetzkonform? Nicht alles, was in den Augen einer krakeelenden Minderheit von Sitte und Norm abweicht, stellt sich bei näherer Prüfung tatsächlich als belastbar fragwürdig dar. Die Präsentation wirkte eher wie eine Abrechnung voller Voreingenommenheit, Einseitigkeit und Tendenz.

Selbstgestrickte Definitionen, Skandalisierung um jeden Preis, Subjektivität für umme…

Denn was kann man letztlich aus einer gemeinsamen Mahnwache ableiten, aus einem Austausch bei Kongressen, aus einer Medienkooperation zwischen der Alternative für Deutschland und Organisationen, die ein Inlandsgeheimdienst in seiner politischen Färbung reflexartig zum Feind der liberalen Ordnung erklärt? Da werden Maßstäbe subjektiv, der Fokus konzentriert sich auf einzelne Perspektiven, die lediglich einen Ausschnitt zulassen, aber nicht das Gesamtbild prägen. In jeder Partei finden sich Schwarze Schafe, über die Verstrickung der Linken mit Antifa, Antisemiten und Anarchisten wird selten gesprochen. Warum nur? Wer sich eher am Rand des Spektrums befindet, der wird in seinen Reihen stets auch Mitglieder ausweisen, die ins Radikale abdriften. Dass die AfD allerdings auch im Südwesten an Zustimmung gewinnt, zwischen Hegau und Hochrhein mit vielbeachteten Anträgen in kommunalen Gremien für eine lebendige Debatte sorgt, darüber wird ein Mantel des Schweigens gelegt. Es dürfte interessant sein, nunmehr mitzuverfolgen, ob die Gescholtenen ihrerseits die Möglichkeit erhalten, die Sicht der Dinge darzulegen. Denn ohne Widerspruch ist Demokratie nichts.