Kommentar von Dennis Riehle
Übermorgen, also am Samstag, ist der sogenannte Weltflüchtlingstag. Beziehungsweise, wie er in linksdeutscher Sprache korrekt heißt: Weltgeflüchtetentag. An vielen Orten der Republik wird bunt gefeiert, die Vielfalt gepriesen, die Toleranz gewürdigt. Ich möchte gerne meinen Beitrag leisten, indem ich noch einmal zurückblicke auf meine Zeit als Integrationsberater. Da hatte auch ich 2015 gehofft, man könnte zumindest ansatzweise kompensieren, was an Dammbruch durch Angela Merkel verantwortet wurde. Wer sich ein bisschen im Metier auskannte, Erfahrung gesammelt hatte, mit der Realität in Kontakt kam, für den war ein „Wir schaffen das!“ allerdings vollkommen ausgeschlossen.
Anfangs gab es noch die Hoffnung, die Kollateralschäden des Tabubruchs aufzufangen…
Denn es konnte nicht gelingen, in der Fülle an unkontrollierter Zuwanderung für Eingliederung und Ordnung zu sorgen. Anfangs begegneten mir engagierte Migranten, die eine echte Bereitschaft zeigten, Sprache zu erlernen, Kultur anzuerkennen, sich als Gäste zu benehmen. Doch die Stimmung kippte schnell. Spätestens 2017 und 2018 wurde klar, dass ein nicht unerheblicher Teil einer festen Ambition nachging. Wer die Lebenshintergründe erfragte, bekam nur selten etwas von Verfolgung in der Heimat zu hören. Sondern allenfalls von Not und Elend, die aber kein anerkannter Fluchtgrund sind. Der häufigste Satz, den ich vernahm, drehte sich letztlich um das Bestreben einer besseren Zukunft in Europa.
Natürlich gibt es Ausnahmen, aber der tüchtige, angepasste Gast im Land ist reine Utopie…
Da gab es keinen Hehl darüber, wie sehr sich die wahrhaftige Erzählung im Mittleren Osten, in Nordafrika oder im Süden unseres Kontinents verbreitet hatte, in Deutschland käme man ohne große Umschweife zu einer vergleichsweise luxuriösen Alimentierung. Ein Schlüssel zum Miteinander soll die Arbeit sein. Doch als ich einem Gegenüber zu erklären versuchte, wie der Weg zum „Jobcenter“ verläuft, hatte ich plötzlich Spucke im Gesicht. Ein hämisches Lachen, ein „Ihr könnt mir gar nichts!“ auf Englisch. Unter einer nennenswerten Zahl der bereichernden Fachkräfte existiert faktisch null Offenheit, Regeln anzuerkennen, Teilgabe an Wohlstand und Wachstum zu leisten, Tradition oder Brauchtümer zu respektieren.
Wenn du das erste Mal von der Nächstenliebe angespuckt wirst, vergeht dir der Gutglaube…
Natürlich können wir der völlig utopischen Vision eines friedlichen Beisammenseins anhängen. Doch nicht einmal die Bibel fordert, was uns die Politik seit über zehn Jahren zumutet. In Kapitel 17 der Apostelgeschichte heißt es: „Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen“. Gigantische Pilgerreisen rund um den Globus sind eine Erfindung der Gegenwart, auf der Trittbrett gefahren wird, um in Konsequenz zu unterdrücken und zu verdrängen. Falsch verstandene Nächstenliebe wird zum symbolischen Dolchstoß, zum faktischen Messerstich für jede Nation.








