Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Wissenschaft und Bildung – Widerstand gegen die Verrohung: Mehr Höflichkeit wagen“ (aus: „General-Anzeiger“ vom 08.02.2026)
Nach den Diktaturen in der Vergangenheit hat es stets lange gedauert, bis Brücken wieder aufgebaut werden konnten. Nicht nur in der Realität, an der Infrastruktur, sondern auch zwischenmenschlich. Zu viel war zerrüttet, die polarisierten Lager hatten einander Leid, Missgunst und Unterdrückung angetan. Und auch aktuell scheint die Gesellschaft zerrütteter denn je. Hemmschwellen sinken, Debattenkultur schwindet. Da braucht es Diplomaten mit Verhandlungsgeschick, die zusammenführen, „was die Mode streng geteilt“. Die Hände reichen, einen Mittelweg finden, auf Ausgleich setzen. Nicht zusätzlich spalten, sondern das Verbindende herausstellen. Wer um diese Prinzipien und Güter bedacht ist, hat letztlich einen schweren Stand. Denn gerade die Virtualität verrohrt, missbilligt den Versuch, für Balance zu sorgen. Und trotzdem gibt es genau jene Leuchttürme, die sich nicht abbringen lassen von ihrer Mission, für Verständigung einzutreten. Wer im 21. Jahrhundert Vernunft an den Tag legt, ohne sich vereinnahmen zu lassen von Parteien und Bewegungen, hat es nicht leicht in Filterblasen und Echokammern. Ich selbst kann ein Lied davon singen, doch ich muss es nicht alleine tun. In den Chor der Mäßigung stimmt auch der aus den sozialen Medien bekannte Kommentator „David gegen Goliath“ ein.
Ein Lichtstreif am Horizont der Enthemmung: Da wird das Web plötzlich ein bisschen besser…
Auf Plattformen wie X oder YouTube präsentiert er sich als Patriot, ohne irgendeine Bindung an bestehende Kräfte, Projekte oder das Vorfeld. Viel eher losgelöst von allem Reiz, sich vor einen Karren spannen zu lassen, präsentiert er Gespräche über den Zeitgeist, reißt mit überzeugenden Videos mit, lässt teilhaben an seiner individuellen, passionierten und dynamischen Geschichte. Sie ist keinesfalls eine gerade Linie. Mutig und klar spricht er von seiner Zeit im Heim, macht keinen Hehl aus dem Schwulsein. Unverkennbar ist gleichzeitig sein wertkonservatives Profil, er ist fern von jeglicher „Queerness“, von sämtlicher woken Irritation. Stattdessen steht er mit einer eindeutigen Identität auf dem Boden der Tatsachen. Mit Akribie arbeitet er die Missstände in dieser Republik heraus, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den multikulturellen Ausverkauf hiesiger Prägung und Tradition geht. Seine Skepsis gilt der Überfremdung, als bekennender Christ sorgt er sich vor einer Islamisierung. David ist dabei kein Hetzer, auch wenn er oftmals emotional wird. Stattdessen kämpft er mit Leidenschaft und Herzblut um seine Heimat, die für ihn auch Schicksal ist. Sein Aufbegehren gegen das linke Establishment ist zu einer Agenda geworden, die das Land vom Kopf auf die Füße stellen soll.
Der charmante Einzelkämpfer im Ringen um Redefreiheit und Meinungsvielfalt…
Er verteidigt jene, die momentan unter Repression und Unterdrückung leiden. Seine Fürsprache gilt der AfD nicht in sämtlicher Hinsicht, in Zustimmung zu allen programmatischen Punkten. Sondern aus dem Gedanken der Chancengerechtigkeit und Fairness, weil er Demokratie hochhält, wie sie einmal war. Nämlich als das Bewusstsein für die Legitimität gegensätzlicher Meinungen. Genau deshalb interessieren ihn Perspektiven und Sichtweisen, die er möglicherweise selbst nicht unterstützt. Doch er will verstehen, welche Motivation hinter gewissen Auffassungen steht. Hier zeigt jemand Neugier für Opposition und Widerspruch. Ein Paradebeispiel für gelebte Toleranz, nicht etwa mit Blick auf geweitete Grenzen, aber hinsichtlich des Ertragens Andersdenkender. Denn unsere Herrschaftsform ist eine Zumutung, kein „Wünsch dir was“. Deshalb hält David auch nichts von Verboten, engagiert sich mit Vehemenz gegen Planwirtschaft und Zwang, Bevormundung und Regulierung. Keine Überraschung also, dass er grüne Transformationsabsichten in die Mangel nimmt, für die uneingeschränkte Rede appelliert. Das römische Recht, die griechische Philosophie, die westliche Mentalität sind seine Basis. Statt Regenbogen hisst er Schwarz-Rot-Gold, will uns ein zweites Mal aus Ruinen auferstehen lassen.
Eine beeindruckende Leistungsbiografie, ein mustergültiges Beispiel für Anstand…
Selten ist mir ein Charakter begegnet, der mit so viel Anstand, Respekt und Disziplin in den Dialog eintritt. Auch wenn er provokant sein mag, so sind doch Hingabe, Brüderlichkeit und Sympathie unverkennbar. Ich sehe nicht nur zahlreiche Parallelen zu ihm, was seine Unabhängigkeit und Ideologie angeht. Wie rar ist Selbstkritik heutzutage geworden, wie wenig begegnet uns Dankbarkeit. Doch genau diese kann man bei David spüren, wenn man ihm auf Augenhöhe, mit offenen Armen begegnet. Tugenden und Etikette sind für ihn keine bloßen Ideale, sondern ein eigener Anspruch. Er will niemanden moralisch versklaven, nicht belehren oder aufklären. Stattdessen liegt es ihm daran, seine eigene Biografie vom einstigen „Hartz-IV“-Empfänger und drangsalierten Schulkind hin zu einem erfolgreichen wie gestandenen Mann der Mitte zu transportieren. Da ist Wärme im Spiel, aber auch Ehrlichkeit, vor allem Glaubwürdigkeit und Authentizität. Freundschaft und Loyalität bedeuten für ihn weit mehr als Floskeln, sein Geist von Versöhnung weht durch das Internet. Er schmäht das Extreme, befürwortet das Notwendige. Ich bin ein Anhänger von dieser einzigartigen Persönlichkeit, die Argwohn auf sich zieht, aber nicht nur von mir verteidigt wird. Denn es braucht mehr von denen, die den Underdog geben, aber Riesen sind.








