Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Nach Bendels-Urteil: AfD beantragt Abschaffung von Majestätsbeleidigungs-Paragraf 188“ (aus: „Report24“ vom 28.01.2026)
Wozu braucht man Feinde, wenn man Dr. Maximilian Krah in den eigenen Reihen hat? Da war es einst der Skandal um ein Interview im Europawahlkampf, das den derzeitigen Bundestagsabgeordneten die Spitzenposition um ein Mandat in Brüssel kostete. Er hatte die Frage der individuellen Schuld von Anhängern der SS aufgeworfen. Schon damals wirkte das Provozieren einer Affäre einigermaßen unnötig, vielleicht aber auch bewusst heraufbeschworen. Der heute 49-jährige galt als Galionsfigur einer patriotischen Jugend, wurde teilweise sogar dem radikalen Flügel zugeordnet. Doch davon ist mittlerweile nichts mehr übrig. Stattdessen betätigt sich der studierte Jurist nunmehr als Spaltspilz, scheint dem Oberverwaltungsgericht Münster hörig, verweist regelmäßig auf die dortige Rechtsprechung, um zu erklären, warum die Remigration mit Grundgesetz und Werten nicht vereinbar sei. Er tingelt von einem Medium zum nächsten, um der AfD in die Parade zu fahren. Ständig schießt der promovierte Rechtswissenschaftler quer, fordert eine Mäßigung, aus Angst vor Überwachung durch den Verfassungsschutz. Kuschen und sich fügen, das scheint seine Devise. Viele Anhänger hat er mit dieser Überzeugung längst verprellt, werfen ihm nicht nur Gegner parteischädigendes Verhalten vor.
Wie viel Last will sich eine Partei mit internen Kritikern und eigenen Dissidenten aufbürden?

Dr. Maximilian Krah droht auf X mit Anzeige wegen Verleumdung von „Personen des politischen Lebens“, 28.01.2026
Immerhin verkörpert er ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie, will Paragrafen augenscheinlich nur verwalten, weniger verändern. Er unterstreicht vor allem, was nicht geht, stellt sich zumindest in Teilen diametral gegen die Programmatik der eigenen Leute. Vom Hardliner zum Kaninchen, das sich vor der Schlange des Inlandsgeheimdienstes wegduckt. Ein bizarrer Wandel, der Spekulationen darüber ins Kraut schießen lässt, ob jemand die Seiten gewechselt hat. Nicht mehr Beobachtungsobjekt, sondern Informant? Wenigstens ist es bemerkenswert, wie krampfhaft Krah versucht, die Alternative für Deutschland auf Linie der Harmlosigkeit zu zwingen. Da bleibt nichts mehr von Ecken und Kanten, sondern lediglich ein Abklatsch des etablierten Kartells. Die Legislative hat Grenzen auszureizen, statt sich beständig in einem Korridor zu bewegen, den die dritte Gewalt vorgibt. Denn in unserem System gilt die richterliche Zurückhaltung, es wird also höchstens dann eingegriffen, wenn es zu gravierenden Verstößen gegen die beiden unter Ewigkeitsklausel stehenden Artikel kommt. Darüber hinaus bleibt immenser Spielraum. Doch warum schränkt ihn jener ein, der auch darüber hinaus behilflich ist, ein Bild der Doppelmoral zu zeichnen? Denn es gibt aktuell ein weiteres Beispiel für Verrat und Missgunst.
Das Gegenteil von dem tun, was man fordert: Bigotterie hat mit Krah ein Gesicht bekommen…

Dr. Maximilian Krah droht auf X mit Anzeige wegen Verleumdung von „Personen des politischen Lebens“, 26.01.2026
Am 29. Januar 2026 soll das Berliner Plenum über einen Antrag abstimmen, die sogenannte Majestätsbeleidigung abzuschaffen. § 188 StGB sieht es bislang vor, dass Ehrverletzungsdelikte gegen Mandats- und Funktionsträger härter bestraft werden, als wenn sie sich gegen eine Normalperson richten. Schon Alice Weidel hatte diese Möglichkeit genutzt, um gegen Kritiker konsequent vorzugehen. Da passt es nicht, sich auf der einen Seite für eine Abkehr von dieser Praxis einzusetzen, aber selbst von ihr Gebrauch zu machen, solange dafür die Gelegenheit besteht. Und auch Krah stimmt nunmehr in diesen Chor der Heuchelei ein. Fast schon inflationär droht er auf der Plattform X mit Anzeigen wegen vermeintlicher Verleumdung „von Personen des politischen Lebens“. Auch er bedient sich also diesem Status der Besserstellung, macht Scheinheiligkeit erlebbar. Da prangert man die Eliten, völlig notwendig, für ihre Arroganz an, fungiert in Wahrheit aber in gleicher Doktrin. Normalerweise hätte man sich längst trennen müssen von einem Kollegen, der sprichwörtlich den Dolch in den Rücken rammt, während er gleichzeitig Friede, Freude, Eierkuchen propagiert. Vertrauen und Glaubwürdigkeit werden dort nicht geschaffen, wo man diametral unterschiedlich zu dem handelt, was man eigentlich fordert.
Wenn sich Personen des politischen Lebens parlamentarischer Pfründe bewusst werden!
Und so ist es die Vielzüngigkeit der Repräsentanten einer Partei, die sich so hehr distanziert von den verkrusteten Strukturen aus Abgehobenheit und Hybris, welche den Anschein von Inkonsistenz und Bigotterie hinterlässt. Ein wirklicher Makel, der jenen anhaftet, die keine Option mehr für einen nach Integrität, Authentizität und Normativität suchenden Wähler darstellt. Denn Theater und Falschheit haben wir bereits genug, wahrscheinlich färbt der hauptstädtische Machtzirkel schneller ab, als dies der „blauen“ Filterblase lieb sein kann. Krah ist zu einem echten Problemfall geworden, denn Verlass scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Er scheint keine Skrupel zu haben, das Profil der AfD preiszugeben, wenn es Einfluss, Pöstchen und Diäten dient. Denn welche Gründe sollte es abseits materieller und finanzieller Vorteile geben, Konvergenz und Harmonisierung mit Regierung und Behörden zu frönen? Ideale sind längst kein Maßstab mehr. Stattdessen Gehorsam und Demut. Mit einem solchen Duckmäusertum lässt sich kein Blumentopf gewinnen, sondern allenfalls die Gunst der Schlapphüte. Eine traurige Komödie bricht sich Bahn, es ist der letzte Akt, der endgültige Aufzug von schlichter Abtrünnigkeit und interner Dissidenz. So bleibt die Moral aus der Geschicht: Freunde schweigen, Ketzer nicht.







