Die Nachwehen von Blaupause, Baerbock und Bigotterie: Wie sich die Grünen 2025 ins gesellschaftspolitische Aus katapultierten…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Meinungsfreiheit, Kernkraft, Migration: So isoliert sind Grünen-Anhänger“ (aus: „Junge Freiheit“ vom 16.12.2025)

Grüne, Klima, Habeck – da war doch was! Die neuesten Umfragen lassen die Ökopartei weiter abstürzen. Von einstigen Höhenflügen ist man weit entfernt, hat die intensive Mitarbeit in der Ampel das Fass der Moralisierung unserer Bevölkerung zum Überlaufen gebracht. Die Menschen in diesem Land wollen sich nicht mehr erziehen lassen, sie sind es leid, in Sachen Heizung, Ernährung, Auto oder Urlaub mit Geboten und Verboten gegängelt zu werden. Das Narrativ von der anthropogen befeuerten Erderhitzung zieht nicht mehr, seit auch der letzte verstandsmäßige Bürger im Sommer 2025 verstanden hat, dass die persönliche Wahrnehmung über die individuell empfundenen Temperaturen der Realität und die ideologisch motivierten Aufzeichnungen der Wetterfrösche diametral auseinanderklaffen.

Eine Partei zwischen ideologischem Erziehungsratgeber und sozialistischer Einheitskopie…

Der Glaube daran, dass wir mit unserem Verhalten perspektivisch Namhaftes am Himmelsgeschehen ändern können, ist nicht zuletzt auch dank der Studie vom Potsdam-Institut in eine schwere Krise geraten. Denn der Beweis scheint erbracht, dass Unabhängigkeit nur noch eine Floskel ist, sind die lobbyistischen Verstrickungen mittlerweile derart groß, dass man tatsächlich nur noch Zahlen trauen kann, die man selbst gefälscht hat. Und dann nützt auch kein Beteuern mehr, dass Petrus und die Eisbären auf uns hoffen. Viel eher macht sich der Verdacht breit, dass nicht nur Corona ein Segen für die Impfindustrie war, sondern die Transformation ein Geschenk an die Wärmepumpenhersteller. Dass hierbei jene kräftig mitmischen, die Wein trinken, aber Wasser predigen, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

Der Atomausstieg wird zu einem Rohrkrepierer, das Ende des Verbrenners erweist sich als Bumerang. Nicht nur ökonomisch gehen wir am Stock, haben uns wirtschaftlich vom Musterschüler zum Schlusslicht degradiert. Die vom einstigen Minister auf dem Reißbrett entworfene Idee der Energiewende kostet Unsummen, wir stopfen Milliarden in schwarze Löcher, weil der kausale Zusammenhang zwischen den CO2 minimierenden Anstrengungen der Zivilisation und einem Abbremsen der atmosphärischen Dynamik nicht zu erkennen ist. Greta Thunberg und Luisa Neubauer werden nur noch als störend empfunden, von den früheren Brot-und-Butter-Themen wie Umwelt-, Natur- und Tierschutz hat man sich zugunsten einer ideologischen Agenda verabschiedet. Weggebrochen ist damit ein Wählerklientel, das sich enttäuscht auf neue Wege begibt.

Die Gründungsväter (und natürlich -mütter) würden die Grünen nicht mehr wiedererkennen!

Denn vom damaligen Kern und Profil ist nichts mehr übrig, stattdessen wirken Versuche, linkspopulistische Positionen einzunehmen nicht nur inkonsequent, sondern auch unauthentisch. Dann nimmt es die Wohlstandsgesellschaft durchaus übel, dass das Wachstum abgewürgt und fleißig aufgebaute Leistungsträger in den Ruin getrieben wurden. Das Eigenheim verliert durch verordnete Gebäudesanierung an Wert, die Altersvorsorge ist in Gefahr. Gleichzeitig huldigt man der unbegrenzten Migration, hilft sogar Illegalen beim Klagen gegen die verwehrte Einreise. Wer hätte von den Gründern unter der Sonnenblume gedacht, dass irgendwann das tagesaktuelle Geschlecht zählen würde, der Feminismus zu einem Feigenblatt mutiert, um den Besuch in der Frauensauna für biologisch geborene Männer möglich zu machen.

Man hat einen okkulten Charakter angenommen, gilt zunehmend als sektiererischer Verein, der im Elfenbeinturm der Eliten Platz genommen hat, weil er sich von der Realität verfolgt fühlt. Den Bezug zu den ländlichen Schichten im Osten gab man frühzeitig auf, wird diejenigen nicht mehr einfangen können, welche in Baden-Württemberg auf Realo-Rentner Winfried Kretschmann gesetzt hatten. Pragmatismus wurde zum Fremdwort, man ist für zahlreiche Fehlentwicklungen nicht nur der Sündenbock, sondern die tatsächliche Ursache. Dass man sich die neukommunistische Stilikone Heidi Reichinnek zum Vorbild genommen hat, macht Dröge und Brantner sukzessive überflüssig. Und wer meinte, das lebensgroße Banner des Fährenflüchtlings von Schlüttsiel würde vermisst, hat offenbar zu viel an „Der Teufel trägt Prada“ genippt.