Eine Agenda aus blankem AfD-Hass: Wie sich CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zum monothematischen Alleinunterhalter mausert…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „CDU-Kandidat will Minijobgrenze auf 1000 Euro erhöhen – Grüne und Linke kritisieren Vorschlag“ (aus: WELT vom 10.02.2026)

„Vaterlandsverräter“, „Freaks“, „Rechtsextremisten“, „Kostümkonservative“, „putinhörig“: Nur eine kleine Auswahl an Prädikaten, die der baden-württembergische Spitzenkandidat der CDU, Manuel Hagel, seiner Konkurrenz von der AfD über die Zeit hinweg angelastet hat. Man könnte sagen, da verfällt jemand in Wortgewalt, in plumpe Demagogie, in Rage, weil er selbst wenig Inhalt zu bieten hat. Der 37-Jährige gibt sich als Schwiegersohn-Typ, stets adrett gekleidet, ordentlich frisiert, mit einem weißen Lächeln. Doch dahinter steckt vor allem spürbarer Hass auf die Opposition. Dass er selbst programmatisch ziemlich blank dasteht, das beweist der gelernte Bankbetriebswirt auf den zahlreichen Veranstaltungen im Vorfeld der kommenden Landtagswahl am 8. März 2026. Da geht es weniger um die Frage, was er selbst zu bieten hat. Sondern er erklärt die Alternative für Deutschland zum Hauptfeind, macht keinen Hehl daraus, dass er sie für „zerstörerisch“, „unvereinbar“ mit hiesigen Werten und als „das Gegenteil“ von jenem sehe, was er an Minimalismus repräsentiert. Da spricht ein Mann seinem Herausforderer Patriotismus ab, der ein Vokabular der Schande nutzt.

Was würde die CDU nur ohne eine Alternative für Deutschland machen? Sie müsste liefern…

Doch wird sich die Christdemokratie auf einer alleinigen Agenda von Kontra und Widerspruch ausruhen können? Wenn es darum geht, wie sie sich die Zukunft für den Südwesten vorstellt, dann dringen die immer gleichen Floskeln vom Bürokratieabbau, von mehr Innovation, von weniger Regulierung nach außen. Allzu sehr in die Tiefe gehen die Forderungen nicht, stattdessen will man Verantwortung abgeben, einen Sicherheitsrat sowie Wirtschaftsweise einberufen. Was auch sonst. Denn wer nicht weiterweiß, der gründet einen Arbeitskreis. So wird man zwischen Oberrhein und Hohenlohe lange warten können auf einen Befreiungsschlag, schließlich ist die bloße Ankündigung von mehr Technologieoffenheit wenig glaubwürdig, hängt doch gerade die CDU im Ländle sehr am Klimaschutz, wird nur ungern etwas dafür tun, dass die verkopfte Transformation, der von Robert Habeck auf dem Reißbrett entworfene Plan zum Abriss von Wachstum und Wohlstand, endlich in der Tonne landet. Schließlich hat man einen ordentlichen Linksdrall angenommen, ist eingefärbt von der jahrelangen Zusammenarbeit mit den Grünen.

Manuel Hagel bereitet insgeheim eine Koalition mit Cem Özdemir vor, daran gibt es kaum Zweifel!

Eine echte Trendwende scheint kaum absehbar, weil auch das Thema Migration nur äußerst dürftig in den Mittelpunkt gerückt wird. An ein paar Stellschrauben drehen, allerdings immer wieder betonen, in der Mitte zu stehen, Hü und Hott, nicht Fisch nicht Fleisch. Bereit zu sein zu radikalen Reformen, die es aktuell benötigen würde, davon ist man weit entfernt. Angesichts von Dürftigkeit, einer thematischen Bankrotterklärung lässt sich durchaus Neid entwickeln für jene, die zu deutlich mehr Substanz neigen. Die Alternative für Deutschland möchte nicht nur eine Grenzpolizei etablieren, Abschiebungen konsequent durchsetzen, an den Außenlinien zu Frankreich und der Schweiz Zäune statt nur Überwachungskameras errichten. Der Fokus liegt auf nationalen Interessen, auf einer Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit, auf einer Priorisierung der Leitkultur. All das wäre vor ein paar Jahren noch Standard gewesen für jene, die erst mit Angela Merkel ihren Kompass verloren haben. In der Schule sprachliche Grundkenntnisse zu erwarten, am dreigliedrigen System aus Gymnasium, Real- und Hauptschule festzuhalten.

Die AfD wird in Sachen Migration, Sicherheit, Bildung und Wirtschaft deutlich konkreter…

Die Familie aus Vater, Mutter und Kind fördern, das Gendern ablehnen. Die Energiepreise senken, danach streben, das Verbrennerverbot rückgängig zu machen. Betriebe steuerlich entlasten, Standortbedingungen durch schnellere Genehmigungsverfahren verbessern. Hagel will dagegen die Brandmauer hochhalten. Immerhin gehe es um eine strikte Abgrenzung zu den „Blauen“, mit denen man, bei ehrlichem Hinsehen, jedoch die größten Überschneidungen hätte. Wer diese Gemeinsamkeiten leugnet, der tut es allein aus Anpassung, Moralisierung und Unterwerfung gegenüber der Fuchtel der „Guten“, wie sie sich selbst nennen, die zu einem Kartell verwobenen Parteien, ohne eigenes Profil, aber mit reichlich Arroganz. An der Basis keimen erste Rufe nach Vernunft auf. Letztlich bräuchte es genau diesen Pragmatismus, um über den Schatten zu springen, einen großen Wurf zu wagen. Abschottung bedeutet Blockade, der Stillstand ist absehbar. Laut Umfragen bahnt sich eine Koalition mit Cem Özdemir an. Ein „Weiter so“ unter umgekehrten Vorzeichen. Aber vor allem in permanenter Spaltung der Gesellschaft, in Respektlosigkeit vor dem Souverän.