Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Aktuelle Umfrage – Ein Jahr vor der Bürgerschaftswahl: So würde Bremen wählen“ (aus: „Weser Kurier“ vom 19.03.2026)
Wer eine Partei gründet, der weiß um den langen Atem, welchen es braucht, ehe das Fundament gelegt ist. Und so wird auch dem BSW Durchhaltevermögen abverlangt, aller Anfang ist schwer, aber er scheint an vielen Stellen gemacht. Selbst in den westlichen Bundesländern etablieren sich langsam, aber sicher die Strukturen. 2027 wird in Bremen eine neue Bürgerschaft gewählt, die Violett-Orangenen bereiten sich darauf vor. Und es lohnt sich zweifelsohne. Momentane Umfragen subsumieren sie nicht mehr unter „Sonstige“, da ist der Sprung über die Hürde unweit. Am 23. Februar 2025 hatte man an der Weser sogar deutlich über vier Prozent erreicht. Für die soziale Opposition, die mit Vernunft in die Abstimmung gehen will, weiterhin an zahlreichen Bezirksverbänden feilt, eine deutlich dreistellige Mitgliederzahl aufweist, sind die Ausgangschancen keinesfalls schlecht. Zwar hat Baden-Württemberg wenig Rückenwind gebracht, auch manche Streitsüchtigkeit in Thüringen ist eher Manko denn Pfund. Doch beispielsweise das beharrliche Widerstehen der Erpressungsversuche durch die SPD in Brandenburg hat gezeigt, dass man Profil und Programm über Pöstchen und Prestige stellt.
Das BSW in Bremen bricht die große Bundespolitik auf die Verhältnisse vor Ort herunter!
Mit zwei erfahrenen Zugpferden ist zwischen Ochtum und Wümme ein Spitzenduo am Werk, das sich durch Couragiertheit und Kompetenz auszeichnet. Denn man hat dezidierte Vorstellungen über ein Morgen in marktwirtschaftlicher Weitsichtigkeit und gesellschaftlicher Fairness. Unter anderem setzt man sich für eine einkommens- und bedarfsorientierte Kindergrundsicherung ein, will mit Blick auf die Rente sämtliche Bürger einbeziehen, Selbstständige und Beamte in die Verantwortung nehmen. Auch bei der Gesundheit soll die Zwei-Klassen-Medizin enden, die pflegerische Versorgung müsse sichergestellt werden, die Eigenanteile für das Heim deutlich sinken. Am Eintrittsalter in den Ruhestand will man nicht rütteln, stattdessen durch eine Vermögenssteuer ab etwa 25 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen generieren. Der Mindestlohn soll kurzfristig auf 15 Euro angehoben, die Mieten weiterhin gebremst und der Wohnungsbau vorangetrieben werden. In der Bildung will man Chancengleichheit herstellen, fern von Herkunft und dem Elternhaus. Die Infrastruktur brauche Investitionen, bei Straßen, Universitäten, Kindergärten, Brücken und der Schiene.
Bewusst setzt man auf das Kernthema Frieden, denn es bewegt die Menschen im Augenblick. Verhandlungen und Diplomatie gelten als Teil der DNA, die Wehrpflicht lehnt man ab, unsere Armee möchte man lediglich zur Landesverteidigung einsetzen, weder beim Nachbarn, noch in Nahost. Die nächste Generation dürfe nicht gedrängt werden zum Dienst an der Waffe, in Richtung Russland brauche es eine Normalisierung der Beziehungen, Sanktionen hätten ihr Ziel verfehlt, allein um der Energiesicherheit willen, wegen bezahlbarer Spritpreise, setzt man auf Pragmatismus. Die Kriege in der Ukraine und im Iran möchte man umgehend kappen, beschuldigt insbesondere die USA der weiteren Eskalation. Der Hafen in Bremen könne nicht zum NATO-Umschlagplatz werden, denn es brauche ein dezidiertes Bekenntnis zur Antimilitarisierung, die ortsansässige Rüstungsindustrie will man in die zivile Produktion überführen. Und auch zum Thema Migration hat man etwas zu sagen, will sie auf jene begrenzen, die sich tatsächlich eingliedern in unseren Arbeitsmarkt. Kriminalität müsse effektiv bekämpft werden, die Öffentlichkeit verlange nach einem Sicherheitsgefühl.
Das Spitzenteam erweist sich als charismatisch, bürgernah, selbstlos und ideologiefrei!
Der Co-Landesvorsitzende Christopher Schulze zeigt breite Präsenz in den neuen Medien. 1990 geboren, will er echter Volksvertreter sein, nicht meckern, sondern machen. Er möchte das Unmögliche schaffen, nämlich eine rigorose Wende. Diese sei in Wahrheit keine Utopie, wenn man sich zurückbesinnt auf Nahbarkeit, Ehrlichkeit und Verlass. Hierfür engagiert sich der wissenschaftliche Mitarbeiter und Büroleiter, richtet sich gegen Deindustrialisierung, fordert Meinungsfreiheit. Statt Spaltung zu säen, sollten Brücken gebaut werden. Hinsichtlich der Brandherde auf dieser Welt müssten immer auch die Folgen für unsere Hemisphäre mitgedacht werden. Schon allein deshalb sei der US-israelische Angriff auf Teheran kritisch zu betrachten. Obwohl es ein Gegenmittel für den ökonomischen Kollaps gäbe, würde Friedrich Merz aus fadenscheinigen Gründen darauf verzichten. In Bremen versage der Senat, es bedürfte eines frischen Windes. Jung und bodenständig soll er sein, ohne Allüren und Karrieresucht, mit Praxiserfahrung und im Respekt vor der gegenteiligen Auffassung. Entsprechend konstruktiv gibt sich der gebürtige Habenhausener, eloquent, klug, bestimmt für höhere Aufgaben.
Ähnlich verhält es sich mit seinem Kollegen Alper Iseri. Ein klassischer Quereinsteiger, der nicht die Ambition in sich hegt, Teil des etablierten Systems zu werden. Sondern einer von uns zu sein. Der Familienvater stellt das Schulwesen in den Mittelpunkt seiner Agenda, jedem Kind müsse die Möglichkeit zur intellektuellen Entwicklung gegeben werden. Der Erfolg dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen. Kriminalität müsse der Kampf angesagt werden, denn das friedliche Miteinander sei Voraussetzung für eine gedeihliche Zukunft aller Menschen. Kurzfristig hatte er der SPD angehört, dort interessierte sich offenbar niemand für seine digitale Expertise. Am 14. September 2024 wurde er mit etwa 78 Prozent beim BSW ins Amt gehoben, beschreibt sich selbst als linkskonservativ, möchte die Schere zwischen Arm und Reich reduzieren, gibt sich bürgerlich bei Werten und Traditionen, konsequent in der Regulierung von Zuwanderung und Asyl. Bremen dürfe nicht länger Schlusslicht sein, eine finanzielle Entfesselung erweise sich als unumgänglich. Die Daseinsvorsorge liegt dem authentischen Leistungsträger am Herzen, aber auch Partizipation, Lösungsorientierung und Wachstum.








