Freiheit als die Maxime wirtschaftlich-sozialen Zusammenlebens: Wie „Die Libertären“ auch in Sachsen-Anhalt Stimmen holen wollen!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Grün im Osten: Ohne Kleinparteien ist der AfD-Durchmarsch sicher. Geht da noch was?“ (aus: „Berliner Zeitung“ vom 28.04.2026)

„Eine Gesellschaft, die nicht anerkennt, dass jeder Einzelne eigene Werte hat, denen er folgen darf, kann keine Achtung vor der Würde des Individuums haben und kennt keine wirkliche Freiheit.“ – Mit gewichtigen Worten definierte Friedrich A. Hayek den entscheidenden Wesenszug einer ideologischen Denkweise und modernen Reformbewegung, die aktuell durch den argentinischen Präsidenten Javier Milei populär gemacht wird. Ein Mensch ist souverän, sollte vom Staat nicht über Gebühr und zwangsmäßig durch unverhältnismäßige Steuern und Regulierungen in seiner Entwicklung beeinflusst werden, so lässt sich die Definition dessen zusammenfassen, was auch in der Bundesrepublik von unterschiedlichen Vertretern sogenannter Kleinparteien als Anschauung repräsentiert wird. Zu ihnen gehören „Die Libertären“, die 2022 in München gegründet wurden. Sie positionieren sich mit Forderungen maximaler Selbstentfaltung, wollen ein minimalistisches System, den Schutz vor Bevormundung und Kollektivismus. Bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Herbst wird man auf dem Stimmzettel stehen. Und man ist eine veritable Alternative für jene, die aufklärerische Ideen verfolgen.

Wer dem Einzelnen seine Entfaltungsmöglichkeiten lässt, wird weniger Missgunst ernten!

Stark beeinflusst vom nicht Aggressionsprinzip und dem Voluntaristischen bezieht dieser bislang viel zu wenig Beachtung findende Kontrahent Stellung gegen eine Herrschaft über die Person. Man möchte Kooperation statt Pflicht, die drei Gewalten sollen sich auf den Schutz von Leben, Eigentum und Verantwortung beschränken. Subventionen und Eingriffe in den Wirtschaftskreislauf lehnt man ebenso ab wie überbordende Sozialleistungen. Der Bundesvorsitzende Dr. Mathias Hummel ist gleichzeitig das Aushängeschild für den kommenden Urnengang. Er lebt und arbeitet in der Region um Magdeburg, wird deshalb auch das Aushängeschild im derzeit durch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund dominierenden Duell um die künftigen Marktverhältnisse des dortigen Parlaments sein. Man ist mit Stammtischen in Bernburg, Dessau-Roßlau, Aschersleben oder Halle an der Saale präsent, zeigt nicht nur Gesichter, sondern auch Konzepte und Lösungen auf. Pragmatisch könnte man den Stil beschreiben, der die Unterstützer einer Philosophie prägt, welche sich unter anderem gegen Gendersprache, Klimapanik und NGO-Förderung wendet. Der Anti-Etatismus zieht sich wie ein roter Faden durchs Profil.

Ein Staat, der sich auf die wesentlichen Aufgaben von Sicherheit und Schutz zurückzieht…

Die radikale Marktwirtschaft und das Privatisieren von natürlichen Ressourcen will man hochhalten, gleichzeitig den Emissionshandel oder das Verbrennerverbot stoppen. Viel zu sehr grassiere die Fremdbestimmung, Dirigismus und Gängelei inklusive. Dies gilt beispielsweise für die Mietpreisbremse und alle anderen Interventionen, die das ursprüngliche Ausbalancieren von Angebot und Nachfrage behindern. Der Bürokratie sagt man den Kampf an, dem Lebenswandel möchte man Vorschub leisten. Die Elternrechte in der Erziehung sollen Priorität haben, die unbehelligte Rede gänzlich wiederhergestellt werden. Meinungen müssen vollständig und ohne Zensur äußerbar sein. Im Gesundheitswesen könne der Wettbewerb gegen Kartelle bei Krankenkassen und Berufsverbänden helfen, die Ausgaben zu senken. Fehlanreize müsse man durch Konkurrenz ausräumen und ersetzen, der Behäbigkeit von Entscheidungsprozessen durch Verschlankung oder Digitalisierung entgegentreten. Bildung dürfe auch privat erfolgen, bei der Rente gelte größtmögliche Vorsorge, in der inneren Sicherheit hätten Polizei oder Behörden ihr Augenmerk auf die alleinige Abwehr konkreter Gefahren zu fokussieren.

Nicht nur in Magdeburg soll der Geist von Deregulierung und Wiederbelebung wehen…

Die Libertären schweigen auch nicht zu dem, was uns gegenwärtig umtreibt. Die Öffentlichkeit beschäftigt sich unter anderem mit den Spritpreisen. Hierauf haben Hummel und seine Mitstreiter eine klare Antwort. Würden unnötige Abgaben gestrichen, das Duellieren der Tankstellen untereinander entfesselt, sinke letztlich auch die künstlich erzeugte Kostendruckinflation. Gerade im Osten sind die ländlichen Räume ein wichtiges Thema, weshalb man kleine und mittelständische Betriebe aus der Geisel der energetischen Transformation losreißen will. Sodann blieben ganze Existenzen erhalten, die in der Peripherie nicht nur die handwerkliche Versorgung gewährleisten. Das Wohnungswesen solle sich erholen, indem Investoren vor Ort nicht mit zusätzlichen Gebühren, Hürden und Vorgaben abgeschreckt werden. Bei der Mobilität müsse jeder für sich entscheiden können, wie er sich fortbewegt. Weder die Moralisierung der Gemeinschaft noch der erhobene Zeigefinger der Obrigkeit sollen Besitz nehmen über das vernunftmäßige Abwägen. Zwischen Elbe und Harz bedeutet all dies, sein Kreuz bei mehr Mündigkeit machen zu können. Die Option dafür liegt zumindest offen auf dem Tisch.

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