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Leitmediale Hysterie: Was kann schlimmer sein als Sylter Gepöbel? – Nichts!

Kommentar von Dennis Riehle

Der Weltuntergang wäre harmloser als das, was einige betrunkene Jugendliche an einer Strandbar auf Sylt an zweifelsohne platten Parolen in eine Kamera gegrölt haben. Zumindest scheinen wir aus Sicht einer nicht nur hysterisch, sondern gleichsam paranoid anmutenden Medienlandschaft offenbar näher an 1933 als an 2025 – und haben bei der Betrachtung der kursierenden Videos möglicherweise nicht nur ein Pony, sondern vielleicht sogar einen Diktator aus der Vergangenheit entdeckt. Denn mit Rationalität hat all das nichts mehr zu tun. Stattdessen könnte man im Augenblick auf die Idee kommen, dass Manfred Lütz mit seinem Buchtitel doch Recht gehabt haben könnte: „Irre – Wir behandeln die Falschen“. Schlussendlich weht momentan ein halluzinatorischer Hauch durch das Land, der ernsthafter scheint als jede Realitätsferne eines schizophren diagnostizierten Patienten in unseren Psychiatrien. Und so ist auch nicht das Gefühl von Kolumnisten oder Kommentatoren dafür abhandengekommen, welches die tatsächlichen Prioritäten in unseren Bereiten sind. Sondern man weiß in den Führungsetagen deutscher Verlage und Fernsehsender sehr genau, dass man sich mit dieser außer Rand und Band geratenen Fokussierung einer massiven Intervention auf die öffentliche Wahrnehmung hingibt. Das geschieht in voller Absicht – und nicht allein deshalb, weil der Kompass verrutscht ist. Stattdessen erleben wir ein Revival der „Wannsee-Konferenz 2.0“, welche ebenfalls über Tage und Wochen für Schlagzeilen sorgte, weil sich einige Politiker der AfD und der WerteUnion mit der Identitären Bewegung und Vertretern der Wirtschaft auf einem privaten Treffen in der Nähe von Potsdam über die Möglichkeiten der Remigration austauschten. Dank der daraufhin ins Rollen gebrachten Berichterstattung von investigativen Journalisten, entstand kurzerhand das Narrativ über die Absicht, Millionen von Bundesbürgern mit Migrationshintergrund „deportieren“ zu wollen.

Was zu einem Aufschrei der politisch korrekten Bevölkerungsklientel und „Demonstrationen für die Demokratie“ führte, war nichts Anderes als ein massives Ablenkungsmanöver vom Versagen der Ampel. Denn mittlerweile scheint einigermaßen gewiss, dass das Recherchezentrum „Correctiv“ damals mit der Bundesregierung und dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet haben dürfte. Und es fällt einigermaßen schwer, im Augenblick daran zu glauben, dass es bei der aktuellen Kampagne gegen die Studenten von Kampen wiederum Zufälle gibt, wenn mitten im Wahlkampf ein Fass über Spätpubertierende aufgemacht wird, deren plattes Geschrei in der inhaltlichen Aussage natürlich pauschalisiert und verkürzt war – das in der Intention aber sicherlich vielen Deutschen aus dem Herzen spricht. Denn sie entspringt dem Nährboden einer völlig verfehlten Flüchtlingspolitik, die die etablierten Kräfte von CDU bis Grüne zu verantworten haben. Wäre es nicht ein Wink des Schicksals, würde sich kaum jemand zu der Überlegung hinreißen lassen, dass es ausgerechnet in den dunkelsten Kapiteln unserer Geschichte die Theorie des Sündenbocks aufkam. Werden also einige gepamperte Schnösel im Augenblick zu Bauernopfern für ein grandioses Scheitern der herrschenden Klasse? Immerhin ist die Einflussnahme der Parteien auf die Titelbilder und Meldungen des ÖRR heutzutage kein Geheimnis mehr. Und auch bei der schreibenden Zunft spielt neben dem Aspekt der Karriere die monetäre Verflechtung mit einer indirekten Förderung des Pressewesens durch den Staat eine Rolle. Weil sich manch ein Muckraker in der Wohlgesonnenheit der Obrigkeit suhlt – und daneben einen missionarischen Auftrag in sich verspürt, das Wiederaufflammen von Drittem Reich und Faschismus verhindern zu müssen, gibt er sein ethisches Gewissen kurzerhand an der Garderobe des Chefredakteurs ab.

Immerhin würde man sich mit ein wenig Restverstand, Skrupel und Vernunft wohl keinesfalls einem solch beispiellosen Aufruf zur Vogelfreiheit derjenigen anschließen, die aufgrund eines Fehlers im Promillebereich mit der Tatsache konfrontiert sind, dass ihre Zukunft und Existenz auf dem Spiel stehen – und eine gesamte Republik sich in Aufruhr versetzt sieht, in der nun glücklicherweise die ersten Schuldigen dieses Denunziantenstadls auf den Trichter kommen, dass sie nicht nur weit über das Ziel hinausgeschossen sind. Sie haben ihre eigenen Insuffizienzgefühle und die Frustration über die persönliche Lebensbiografie zum Anlass genommen, sich in einer charakterlich zutiefst verachtenswerten Art und Weise der Bloßstellung von Mitbürgern hinzugeben. Höchstwahrscheinlich haben sie nur auf eine willkommene Gelegenheit gewartet, um sich mit Repression und Gängelung des Gegenübers großzumachen – und damit gleichzeitig zu offenbaren, welch bemitleidenswerten Kreaturen sie selbst sind. Die kollektive Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätze zu lenken, die bisher tatsächlich genauso viel interessierten wie der umfallende Reissack in China, ist ein Instrument des Informationsmonopolismus, den wir als typisches Merkmal in totalitären Strukturen kennen. Wer sich dort als Führungsposition auf Teufel komm raus an der Macht halten will, ist mit Vehemenz darum bemüht, das Rampenlicht auf diejenigen zu lenken, die das Opfer einer weltanschaulichen Strategie der Hypotoleranz wurden – und sich nicht ohne Grund darum sorgen, ob sich die Bundesrepublik im Wandel von einer kulturellen Wesenseinheit in die andere befindet. Denn dass nun nach und nach immer mehr „Vorfälle“ bekanntwerden, bei denen „L’amour toujours“ eine mindestens genauso große Rolle spielt wie Fraternité und Liberté, ist eben auch auf den Umstand zurückzuführen, dass in unserem Volk das Empfinden von Brüderlichkeit und Freiheit zunehmend ins Wanken gerät.

Wer sich mit Psychologie befasst, wird früher oder später auf die histrionische Persönlichkeit stoßen. Gekennzeichnet durch ein theatralisches, dramatisierendes und echauffiertes Gebaren, erweisen sich Betroffene als besonders labil, narzisstisch, selbstbezogen und manipulativ. Und genau eine solche Beschreibung passt auf diejenigen, die sich mit einer Skandalisierung wichtigtun möchten – weil die Konfrontation mit ihrer individuellen Leistungsbilanz in der Regel äußerst deprimierend ausfällt. Deshalb lassen sie ihrer Wahnhaftigkeit freien Lauf – und erkennen plötzlich in jedem Festzeltbesucher einen potenziellen Nazi. Dass sich darüber hinaus immer mehr gesellschaftliche Akteure mit dieser an sich bemitleidenswerten Zunft an Sensationslüstlingen gemeinmachen – und die erste Hochschule daran denkt, einer Nordseeurlauberin die Exmatrikulationsurkunde auszustellen, verdeutlicht anschaulich und zugleich höchst alarmierend, dass sich nicht nur manches Corona-Vakzin problemlos unter die Menge bringen lässt. Sondern es fühlen sich mittlerweile auch Arbeitgeber allzu schnell mit dem Virus der Kontaktscham geimpft – und verbauen mit einer kurzsichtigen Entscheidung jegliche Träume von Nachkömmlingen, die höchstwahrscheinlich keinen anderen Wunsch in sich hegen, als ein Leben in autochthoner Mehrheit. Wer ihnen arglistig einen generalisierten und undifferenzierten Rassismus unterstellen will, verkennt wiederum die eigentliche Botschaft, die uns von der Insel erreicht. Ein nicht unerheblicher Teil unserer Gemeinschaft möchte auch übermorgen noch in majoritären Verhältnissen leben – in der sie nicht selbst die Minderheit ist. Sondern die nur noch ihre Grenzen für diejenigen öffnet, die unter einer tatsächlichen und nachgewiesenen Verfolgung in ihrer Herkunftsregion leiden. Dass Pluralisten und Globalisten mit diesem Ansinnen ein Problem haben, ist zwar an sich nicht verwunderlich. Aber es demaskiert sie als Deutschlandphobiker, denen von Allah angeordnete Peitschenhiebe lieber sind als ein Dasein unter schwarz-rot-goldener Flagge. Und so ist die vermeintliche Affäre in diesen Stunden nicht das Gerede von einer Hand voll Überbehüteten. Viel eher muss das Attest schockieren, dass die Spaltung des Miteinanders in einen kalten Bürgerkrieg übergegangen ist.

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