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Wenn die Jugend nach Rollen schreit, dreht der Feminismus am Kabel!

Kommentar von Dennis Riehle

Der Neid ist eine Ursünde – und einer der häufigsten Gründe dafür, dass sich Menschen zu den unsinnigsten Gedanken, Aussprüchen und Handlungen hinreißen lassen. Gerade in diesen Tagen entdecken immer mehr Politiker, Medien und Einzelpersonen mit einer linksökologischen Konnotation ihre persönliche Missgunst gegenüber denen, die im Gegensatz zu ihnen auf eine veritable Leistungsbilanz und Lebensbiografie herabschauen können – weil sie nicht nur mit sich und ihrer Heimat im Reinen sind, sondern eine Kongruenz zwischen ihrer weltanschaulichen Überzeugung einerseits und dem Auftreten nach außen andererseits verspüren. Dieses Selbstbewusstsein holt jene auf den Plan, die in ihrer eigenen Orientierungs- und Sinnsuche weiterhin im Nebel stochern. Zu diesem Kreis gehören offenbar auch manche Redakteurinnen der FAZ, die aktuell argwöhnisch auf den Erfolg von manchen Jungpolitikern der AfD blicken – die in den sozialen Medien mit Standpunkten überzeugen können, die die feministische Seele allzu sehr aufrütteln müssen. Da ist es also beispielsweise der Landesvorsitzende der Jungen Alternative in Thüringen, Eric Engelhardt, der von TikTok bis Twitter eine große Gefolgschaft hinter sich vereinen kann – und mit einfachen Botschaften nicht nur die eigene Altersklasse erreicht. Er gibt hierbei das authentische Bild eines engagierten Nachwuchses ab, der unverhohlen zu seiner Herkunft, seiner Kultur und seinen Werten steht – und darüber hinaus auch keinen Hehl daraus macht, dass er das Konzept der Remigration unterstützt. Darüber hinaus vertritt er konservative Überzeugungen und eine radikale Sittlichkeit, die vor allem mit einer zeitgeistigen Philosophie der Selbstbestimmung kollidiert.

Denn natürlich muss es aus Perspektive der Genderisten als ein Affront gewertet werden, wenn sich jemand dafür einsetzt, eine jahrhundertealte Tradierung und Rollenverteilung zwischen den beiden Geschlechtern auch im 21. Jahrhundert allein deshalb aufrechtzuerhalten, weil aus seiner Sicht auch weiterhin nur Frauen Kinder bekommen können – und als Mütter die beste Bindung zu den Kleinsten haben. Dass er der Karrieregeilheit von heute den Spiegel vorhält, indem er vor allem auf die massiv zurückgehende Geburtenrate verweist, ist ein Dorn im Auge von Verfechtern unendlicher Freiheiten und Beliebigkeiten. Verwirklichung gilt aus ihrer Sicht als das höchste Gut – allerdings nur dann, wenn die patriarchalisch unterdrückte Weiblichkeit der Familienplanung eine Absage erteilt. Da werden die Plakate über manche Evastochter aus der Mottenkiste gekramt – und man unterstellt nicht nur eine altbackende Rückwärtsgewandtheit, sondern auch die Absicht einer obsessiv verordneten Heimkehr hinter den Herd. Es ist dem krampfhaften Versuch eines Ausbruchs aus der Binarität geschuldet, wenn sich eine Medienschaffende in ihrem Kommentar nur allzu mühevoll an einem Influencer abarbeitet, dem sie am Ende nicht mehr als Klischees unterstellen kann – weil ihr die Argumente dafür ausgehen, warum es nicht allzu natürlich und der Evolution geschuldet ist, dass sich das eine Pendant in einer Beziehung wegen seiner angelegten Merkmale für die überaus anspruchsvolle Aufgabe der Erziehung und des Haushalts deutlich besser eignet als derjenige, dem nun einmal andere Talente mitgegeben wurden, um das monetäre Einkommen des Standes zu sichern.

Dass es immer mehr Menschen offenbar schwerfällt, sich einer ehrvollen Mission zu verschreiben – die allein aus Gründen ihrer vehementen Herabwürdigung durch die Emanzipationsbewegung verpönt ist -, zeugt nicht zuletzt von einer massive Orientierungslosigkeit und Sinnsuche derjenigen, die sich weder einer Verantwortung für die Gemeinschaft bewusst sind – noch einen Beitrag für die Zukunft leisten möchten. Stattdessen verlieren sie sich in der Unendlichkeit eines Identifikationsprozesses, der sich stets größtmöglich von allem distanziert, was sich seit Anbeginn der Zeit bewährt hat. So verdanken wir es auch dem fortdauernden Bedürfnis nach kontinuierlichem Wandel um jeden Preis, das uns nie zu einer Bestimmung führen wird – sondern darin bestärken möchte, dass die kollektive Erwartung zur Festlegung auf eine bestimmte Position in der Gesellschaft diskriminierend sei. Es ist eine beispiellose Verhöhnung der für den Fortbestand unseres Volkes so wichtigen Tugend des Mutterseins, welche diejenigen mit Bravour praktizieren, die selbst noch immer in Schubladen denken. Denn wer sich einmal die Programmatik der AfD durchliest, der wird dort keine Positionierung finden, wonach unter einer etwaigen Regierungsbeteiligung der Blauen irgendeine Gemahlin fürchten müsste, für immer und ewig zum Babyhüten oder dem Küchendienst verdammt zu werden. Stattdessen ruft die Partei und ihre Jugend völlig zu Recht und legitim ins Bewusstsein, wie schändlich gerade die Gleichberechtigungsfraktion mit den von der Schöpfung mitgegebenen Gaben, Talenten und Fähigkeiten an die Damenwelt umgeht, wenn sie auf Teufel komm raus die Loslösung aus einem Rahmen anstrebt, der nicht zuletzt Halt, Sicherheit und Bestand verspricht.

Es wird niemand gezwungen, sich nicht in seinen Eigenschaften weiterzuentwickeln, keinem Beruf außerhalb der vier Wände nachzugehen oder von einer Entfaltung von Zielen abzusehen. Stattdessen wird der Wert derjenigen wieder betont, die sich im Kontinuum des bereits im Garten Eden so wichtigen Pendants eines reizanfälligen Adams verstehen – und um ihren Rang wissen, den sie nicht nur hinsichtlich der Fortpflanzung einnehmen. Die Suggestion, dass man heute nur noch dann mit sich im Einklang stehen kann, wenn man sich nach Kräften von allem Funktionierenden und Geübten abgrenzt, entspringt der Idee eines glitschigen Aals, welcher sich zwar einigermaßen problemlos durch all die Mühen des Alltages hindurch schlängelt, für seinen woken Schleim allerdings jede Charakterlichkeit hergeben muss. Er wird stets nur ein Mitläufer im Rennen um die ultimative Ungebundenheit und Autonomie sein – und verzichtet hierfür gegebenenfalls auch auf eine Deckungsgleichheit zwischen den Ansprüchen der Aufgeweckheit und den Vorzügen eines Daseins in Geborgenheit, Verlässlichkeit und Schutz. Die Alternative für Deutschland hat keine Ambitionen für eine fixierte Zuteilung von Posten innerhalb der privaten Lebensführung, sondern erinnert an Ideale des Erprobtseins von eingeschliffenen Abläufen, Mechanismen und Konstrukten, die nicht nur dem Einzelnen den Eindruck des Gebrauchtseins vermitteln. Sondern auch darüber hinaus dem Miteinander zu Stabilität, Konformität und Loyalität verhelfen. Das Abwehren eines Gefüges der Reliabilität kommt in Wahrheit einem Hilferuf nach Analogie, Harmonie und Echtheit gleich, welcher sich in der Moderne vor allem auch deshalb immer lauter, intensiver und plakativer Bahn bricht, weil sich Ernüchterung über all das breitmacht, was man durch den Kampf für Unabhängigkeit an Chancen des persönlichen Wachstums verpasst hat.

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