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Das Schaulaufen gescheiterter Existenzen darf die Vernunft nicht beirren!

Kommentar von Dennis Riehle

Es war spätestens der Moment, als Conchita Wurst den Eurovision Song Contest gewann, in dem selbst dem größten Fan des ESC bewusst geworden sein müsste, dass sich ein einstiger Gesangswettbewerb zu einem politischen Event fortentwickelt hat, auf dessen Bühne es nicht mehr um die beste Stimme ging, sondern um das Verbreiten der wokesten Botschaft. Und so wurde dieses mediale Ereignis von Jahr zu Jahr bunter – und stellte den gesunden Menschenverstand immer häufiger auf eine nur schwer erträgliche Probe. Den Höhepunkt erlebten wir mit der aktuellen Veranstaltung, als Obszönität, Absurdität und Nonkonformität den Eindruck bestimmten – und der erste Platz nicht zufällig an eine nonbinäre Person ging, die sich kurzerhand zur Speerspitze der Geschlechterlosigkeit kürte – und die Mikrofone der versammelten Medien dafür nutzte, ihr Weltbild eines Miteinanders ohne jegliche Normen, Übereinkünfte oder Nenner zu verbreiten. Es war die Aufgabe jedweder Sozialisation, Noblesse und Courtoisie die unsere Gesellschaft endgültig hinter die Neandertaler zurückwarf, welche man eben nicht nur im Rampenlicht dieser alljährlichen Inszenierung eindrucksvoll vor Augen geführt bekommt. Zahlreiche Beispiele lassen sich auch auf den zahllosen Paraden wie dem CSD finden, auf der nicht nur ich mich als Schwuler für den Zweck der Regenbogen-Agitation instrumentalisiert und keinesfalls vertreten fühle. Viel eher scheinen Perversion und Verrohung mittlerweile sogar FDP-tauglich. Denn was uns in diesen Tagen an Videomaterial von einem liberalen Kommunalpolitiker erreicht, lässt nicht nur an der geistigen Verfassung von manch einem Vertreter dieser Selbstbestimmungsbewegung zweifeln.

Viel eher brechen im Augenblick die ethischen Dämme reihenweise – und die ohnehin den Untergang herbeisehnenden Anarchisten beklatschen das bewusste Herbeiführen einer manierlichen Verderbnis auch noch, welche in der Konsequenz zu einer wachsenden Kluft zwischen Konservativismus und Progressivismus führen dürfte. Allerdings scheint ein solches Aufeinanderprallen von diametral entgegenstehenden Ideologien auch deshalb zwingend notwendig und allzu überfällig, weil wir uns ohnehin in einem Kulturkampf um die Deutungshoheit nicht nur der deutschen Wesenseinheit, sondern eben auch von sittlichen Maßstäben befinden. Dass sich eine unmissverständliche Gegenreaktion ausbildet, die sich nicht von einer tendenziösen und indoktrinierten Biologie in ihrem festen Bekenntnis zu Mann und Frau beeinflussen lässt, stellt einen Prozess der Konsolidierung unseres Wertegefüges dar, welches mit der Preisgabe der unzweifelhaften Zuordnung eines natürlichen Sexus nicht nur jede Verbindlichkeit aufgekündigt hat. Sondern in dem es verpönter scheint, sich mit einem Trachtenkostüm statt einer Rüschen-Maskerade zu unserer abendländischen Tradierung, zur Bedeutung der klassischen Familie und zu einer klaren Abstammung zu bekennen – als sich in Nacktheit darüber bewusst zu werden, dass Schwämme und Putztücher in der Toilette überbewertet sind, wenn dem Individuum doch eine flinke Zunge vergönnt ist. Wer die Kontrolle über das eigene Leben derart verloren hat, müsste eigentlich mit einer Portion Mitleid und einer Menge Nachsicht für sein grenzdebiles Verhalten bedacht werden.  Doch es kann eben nicht die Allgemeinheit sein, die für eine Kompensation der gescheiterten Existenz des Einzelnen ihre Regelhaftigkeit der Gruppe opfert. Sich mit aller Vehemenz gegen einen über Jahrhunderte gültigen Konsens der Unabänderlichkeit und Unmissverständlichkeit zu positionieren, ist nicht nur Ausdruck von einer hilflosen Provokation gegenüber all denjenigen, die spätestens mit der Pubertät ihre Sinnsuche abgeschlossen haben – und seither überzeugt, standhaft und selbstverständlich mit ihrer Identität in Einklang sind. Sondern des Pudels Kern ist die Verachtung gegenüber der persönlichen Zwischenbilanz, welche bei nicht wenigen Menschen auch deshalb so frustrierend aussieht, weil sie eine an die 68er-Mentalität angelehnte Erziehung genossen haben, in der es nur allzu statthaft war und von den Eltern angepriesen wurde, sich im Zweifel aus allen Verpflichtungen, Entscheidungen und Verantwortungen herauszunehmen, wenn man sich damit in seinen Befindlichkeiten überfordert und unwohl fühlte. Entfaltung bis hin zum Exzess wurde nicht nur toleriert, sondern gar gefördert. Sich auf etwas festzulegen, galt als überflüssig und rückwärtsgewandt. Und warum sollte man auch in einem Hafen der Kongruenz vor Anker gehen, wenn es sich genauso auf dem Ozean der Beliebigkeit träumerisch vor sich hin schippern lässt? Es ist der Auftrag einer vernunftgeleiteten Kollektivität, Eckpfeiler zu setzen und Grenzlinien zu ziehen. Dieser Rahmen kann in einem zivilisierten Miteinander nur anhand von Kriterien abgesteckt werden, die größtmögliche Objektivität und Gültigkeit besitzen. Und da bleibt am Ende nur die Evolution als unverrückbare Eindeutigkeit.

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