Quelle: Clipdealer.de, B74037543, Erworbene Standardlizenz

„Generation Z“ und „Letzter Generation“ verbinden viele Gemeinsamkeiten

„Eine bestimmte Alterskohorte möchte offenbar lieber motzen statt klotzen!“

Während die sogenannte „Generation Z“ dafür kritisiert wird, dass sie der Work-Life-Balance eine höhere Bedeutung zumisst als der eigenen Leistungsbereitschaft, hat sich die „Letzte Generation“ in der Bevölkerung als eine sinnfrei agierende Vereinigung einen Namen gemacht. Nicht nur mit Blick auf das Alter gibt es zwischen beiden Bewegungen Überschneidungen, meint der Leiter des Philosophischen Laienarbeitskreises, Dennis Riehle (Konstanz) – und führt hierzu entsprechend in einem aktuellen Statement aus:

Die „Generation Z“ ist vor allem eine Alterskohorte der Zerrissenheit und Ziellosigkeit. Sie ist sich zwar einerseits in der Absicht klar, der sogenannten Work-Life-Balance mehr Bedeutung zuzumessen und dem Lifestyle gegenüber der Arbeit einen höheren Stellenwert einzuräumen. Denn sie sieht Beruf und Beschäftigung vor allem aus der Perspektive des monetären Mehrgewinns – und weniger als Erfüllung und Bestätigung. Dabei lenken sie ab und dienen als Zeitvertreib, für den man voller Hingabe brennen kann. Das sind Dinge, die man im Schaukelstuhl des Lebens eher weniger bekommt. Andererseits ist die teils deutlich übertriebene Erwartungshaltung bezüglich des Gehalts und Arbeitsbedingungen vieler dieser jungen Menschen nicht zuletzt auf ihre antiautoritäre Erziehung zurückzuführen, welche ihnen offenbar vermittelt hat, sie könnten sich in ihrer elitären Überheblichkeit gerade im Rahmen des bestehenden Fachkräftemangels mit all ihren Luftschlössern und Träumen durchsetzen. Gleichzeitig vermögen sie jedoch nicht zu beantworten, welchen Sinn ein Dasein in der Hängematte und im Chillen haben könnte. Schlussendlich fehlt es an einer konkreten Perspektive darüber, wie sie beim Blick auf ihre Existenz zu einer Selbstwirksamkeit kommen wollen, wenn sie offenbar die Leistung meiden. Dabei geht es also weniger um einen finanziellen Profit, sondern um eine sittliche, ideelle und soziale Komponente. Diese Peergroup ist gekennzeichnet durch eine Mentalität des Laissez-Faire, die in den Tag hinein auf das wartet, was sich ergibt. Ohne Orientierung und Anspruch auf das Empfinden von Leidenschaft, für die es auch zumindest eine Erfahrung der Tiefen und Täler gebraucht hätte. Doch diese Generation ist in Wohlstand und Frieden aufgewachsen – und lässt nun deutlich erkennen, dass sie in Zeiten von Krise außer Trotzigkeit wenig zu bieten hat.

Das wird vor allem bei der Klimaschutzbewegung deutlich, die sich zunehmend auch in generellen Fragen der Ethik zu äußern versucht. Allerdings vergisst sie dabei, der Welt mit einem Stück weit Ideologiefreiheit zu begegnen und sich einer Aufgabe oder einem Zweck zu verschreiben, dem man ohne Übereifer und den erhobenen Zeigefinger nachgeht. Das Vertrauen in die Fügung der Welt, in unsere eigene Selbstwirksamkeit und die Regulierungskräfte der Evolution lassen sich entweder durch die Gewissheit auf einen Schöpfer und Lenker zurückgewinnen. Allerdings kann diese Zuversicht auch in der Überzeugung an die Menschheit ihren Ursprung besitzen. Wenngleich es im Augenblick nicht danach aussieht: Das sich Ergötzen in der eigenen Wahrheit zieht sich nicht durch die DNA unserer Spezies – obwohl sie immer wieder bewiesen hat, dass sie offenbar ohne Belehrung nicht auszukommen scheint. Doch gerade die Vernarrtheit in (gleichsam weltanschauliche) Machtansprüche wie denen des Ökologismus – und in Überlegenheit, die fehlende Emotionsbalance und der Wille, dem Gegenüber die eigene Überzeugung aufoktroyieren zu wollen, lassen sich besonders durch eine Hinwendung zu unserem eigenen Dasein entkräften. Bemühen wir uns weniger darum, unser Umfeld zu missionieren, sondern mit dem eigenen Empfinden, Denken und Handeln in Kongruenz zu stehen und uns um den Fortschritt und die Persönlichkeitsentwicklung unseres Selbst zu kümmern. Damit wären wir genug beschäftigt und gefordert – und würden unseren ständigen Expansionsdrang zurückschrauben. Schlussendlich ist das Bestreben nach Disziplinierung der Anderen ein Ausdruck von Flucht vor den eigenen Problemen. Speziell in freiheitlichen Demokratien sollten wir uns daher legitimerweise das Recht herausnehmen, unseren Mitmenschen in ihrer ideellen und materiellen Ausdehnung Grenzen zu setzen.

Weitere Informationen auf www.dennis-riehle.de.

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