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Robert Habecks Parallelen zu 1933 sind ein Ablenkungsmanöver von seiner desaströsen Wirtschaftspolitik!

Journalist kritisiert Grünen-Politiker für seine geschichtsrevisionistischen Vergleiche zur Weimarer Republik

Nachdem nun auch Wirtschaftsminister Habeck in den Abgesang der Demokratie eingestimmt hat – und vor Verhältnissen wie in der Weimarer Republik vor 1933 warnt, scheint ein neues Ausmaß der Relativierung erreicht. Der Journalist und Politikberater Dennis Riehle (Konstanz) kritisiert die Einlassungen des Grünen-Politikers als eine unerträgliche Parallelenziehung – und wirft ihm Geschichtsvergessenheit vor. In einem Statement erklärt er wie folgt:

Was weiß Habeck, was wir nicht wissen? Mittlerweile scheint er nicht nur von der Wirklichkeit umzingelt, sondern auch von einer zumindest überdimensionierten Irrationalität verfolgt. Dass in Deutschland Umsturzpläne kursieren, ist spätestens seit dem Auftreten der Letzten Generation auf unseren Straßen mit ihren Forderungen nach minderheitenmächtigen Zufallsparlamenten offenbar geworden. Die Mahnung aber, dass wir uns ernsthaft vor Zuständen wie zum Ende der Weimarer Republik fürchten müssen, stellt für mich nicht nur eine erneute Relativierung der dunkelsten Stunde unserer Historie dar, sondern ist ein Offenbarungseid des obersten Philosophen im Wirtschaftsministerium, dem scheinbar manch eine Stunde Nachhilfe in Geschichte nicht schaden könnte. Denn unsere Demokratie ist durch unterschiedliche Mechanismen der Verfassung – die wir ja explizit auf die Erfahrungen mit der Machtergreifung Hitlers reagierend sehr diffizil und wehrhaft gestrickt haben -, aber insbesondere auch durch eine übergroße Mehrheit der sich zu unserer Staatsform bekennenden Bevölkerung selbst in diesen Tagen ausreichend stabil, um Fantasien begegnen zu können, die in den unterschiedlichen Köpfen einiger Querdenker oder Reichsbürger kursieren mögen.

Aber sie ist eben auch standhaft gegenüber der Pseudoparanoia eines grünen Vizekanzlers, der zumindest in der Fähigkeit zur narzisstischen Fremdprojektion seines eigenen Versagens auf die Gruppe der Bauern ganz groß zu sein scheint. Denn seine pauschalen Diffamierungen der Landwirte und sein offenbares Gefühl, dass in diesem Land etwas ins Rutschen gerät, sind Ausdruck eines bewussten Abwehrmechanismus von Schuldgefühlen, die er angesichts seiner eigenen politischen Leistung in den vergangenen zwei Jahren eigentlich haben müsste – bislang aber erfolgreich in seine Rolle des Getriebenen zu flüchten vermag. Betroffene einer Paranoia bemerken in der Regel die Widersinnigkeit ihrer Parallelwelt nicht. Und so dürfte es auch bei den Grünen schwierig sein, dass sie ihre gelebte Doppelmoral erkennen. Gleichzeitig ist es ihnen aber auch nicht gänzlich genommen, strategisch, böswillig und arglistig vorzugehen. Denn man könnte hinter dem Gedankenkonstrukt, die Klientel der den Wohlstand Erschaffenden in diesem Land als neue Zielgruppe anzusprechen, auch einen Teil des Plans von Habeck, Lang und Nouripour erahnen. Denn tatsächlich wird es viele dieser Bürger brauchen, die das mit der ökosozialistischen Abrissbirne zerstörte Deutschland wieder aufbauen. Etwas niederreißen, um danach aus den Ruinen aufzuerstehen – dieses Konzept scheint in der Menschheit ein Stück weit angelegt zu sein. Denn nichts Anderes ist der Sinn von Krieg: Zuerst werden Landstriche dem Erdboden gleichgemacht, damit sie anschließend neu errichtet werden können. Dahinter stecken gigantische Ambitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Es sind allein ökonomische und lobbyistische Interessen, die hinter dem Kalkül stecken, wenn nunmehr die ideologischen Bagger der Ampel die über Jahrzehnte mühsam zu neuem Gedeihen und Prosperität geführte Republik sukzessive an die Wand fahren.

Die Anbiederung an die bisher von der FDP erschlossenen Wähler der ausschließlich profitorientierten Leistungsgesellschaft durch die Strategen der grünen Parteizentrale mag ein netter Versuch sein, sich gegenseitig noch ein Stück mehr das Wasser abzugraben. Dass sich die einst im Strickpullover daherkommenden Atomkraftfeinde mittlerweile zu einem Sprachrohr der finanziell einigermaßen Bessergestellten und selbsternannten wissenschaftlichen Eliten weiterentwickelt haben – und deshalb vor allem in den Universitätsstädten noch immer einen großen Rückhalt genießen, ist keine wirkliche Neuigkeit. Das Ansinnen, nun wieder mehr in die bürgerliche Mitte zurückzukehren, bleibt allerdings derart durchschaubar, dass zumindest diejenigen noch immer in der Wirklichkeit Lebenden nicht darauf hereinfallen dürften, die sich einem ehrlichen Wandel unseres Miteinanders verpflichtet fühlen. Einer Zukunft, die auf Innovation statt Verboten fußt, auf Fortschritt statt „Rebuilding“, auf Ergebnisoffenheit statt auf Lenkung, auf Individualität statt Vergemeinschaftung, auf Freiheit statt auf Diktat, auf Demokratie statt auf Idiokratie, auf Vernunft statt auf Utopie. All das wird man mit jenen Demagogen nicht bekommen, welche sich nicht dafür zu schade sind, eine Nation mit Moral zu erpressen. Deshalb vertraue ich auf die Anständigen unter den Auserkorenen, sich von der Ansprache durch Grüne nicht in Versuchung führen zu lassen.

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