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Hat Deutschland in seiner Umweltschutzpolitik auf falsche Schwerpunkte gesetzt?

Beratungsstelle kritisiert eine fehlende Adaption an die klimatischen Veränderungen

Fährt Deutschland mit seiner Klimapolitik in die Sackgasse? Immerhin mehren sich die Stimmen, dass die Schwerpunkte über lange Zeit falsch gesetzt wurden. Diese Auffassung vertritt auch der Leiter der Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung und Change Management, Dennis Riehle (Konstanz): „Wir haben zweifelsohne im industriellen Zeitalter über unsere Verhältnisse gelebt und die Lebensgrundlagen ausgebeutet. Deshalb braucht es Umweltschutz, Schöpfungsbewahrung und Ressourcenschonung. Und vor allem Konvergenz – statt eines Kampfes gegen eine Entwicklung, über deren multifaktorielle Ursachen wir bis heute allzu wenig wissen. Entsprechend scheinen Unsummen in den krampfhaften Versuch der Einflussnahme auf die Evolution ziemlich widersinnig zu sein. Viel eher bedarf es Prävention und Anpassungsfähigkeit. Es ist viel eher eine sinnvolle und nachhaltige Sache, in die Konvergenz zu investieren. Wenn wir mit Technologie und Innovation anderen Ländern helfen können, den ökologischen Veränderungsprozess im eigenen Land voranzutreiben und sich mit unterschiedlichen Maßnahmen für die Klimaentwicklung zu rüsten, sind solche Ausgaben allemal sinnvoller als der krampfhafte Versuch, dass sich Deutschland mit einer auferlegten Politik der Ideologie und Regulierung sich erfolglos und blamabel zum Retter der Welt stilisiert. Es gibt viele gute Ansätze dafür, die von der Zivilisation angerichteten Schäden am Planeten durch Wissenschaft und Forschung zumindest zu begrenzen und auf die Klimaveränderung zu reagieren. Beginnend bei der Effizienzsteigerung bestimmter erneuerbarer Energien, über Konzepte des Geoengineering bis hin zu Wasser- und Wärmemanagement gibt es viele denkbare Ansätze, dem Temperaturanstieg und seinen Folgen nicht machtlos gegenüberstehen zu müssen“.

Der Journalist vom Bodensee ist überzeugt, dass man sich im Engagement auf das Einhalten des 1,5-Grad-Ziels- verengt hat und dabei wesentliche Bemühungen um Adaption an die Veränderung der klimatischen Bedingungen zu kurz gekommen sind: „Über lange Zeit wurden auf andere Prioritäten wertgelegt, obwohl man nicht einmal genau bewiesen hat, ob der Mensch mit seinen Maßnahmen die perspektivisch-langfristigen Veränderungen des Wetters überhaupt durch sein Engagement beeinflussen kann. Viel zu sehr wurde auf die CO2-Hypothese abgestellt. Andere Faktoren, natürliche Anomalien und regelmäßige Schwankungen sind viel zu wenig betrachtet worden. Fakt ist, dass der Klimawandel da ist. Kritik und Skepsis muss in einer demokratischen Gesellschaft aber weiterhin möglich sein, insbesondere mit Blick auf die Kausalität und Ursachen. Denn in einer freiheitlichen Grundordnung muss sich gerade auch eine simulative Prognosemethodik und symptomatische Ursachenanalyse durch die Wissenschaft stets Widerrede gefallen lassen. Vor allem, wenn sie wesentlich auf induktiven Konklusionen beruhen. Denn die Lehre hat sich in einer einseitigen Tendenziösität darauf festgelegt, dass die anthropogene Schuld besonders wiege. Sie dient als Rechtfertigung für eine Moralisierung und immense finanzielle Aufwände für eine Transformation, an deren Stelle man viel mehr Prävention hätte betreiben sollen. Von Aufforstung bis Brandschutz, von Flutungsflächen bis Hitzeschutz: Mehr Subventionen für eine ergebnisoffene Suche nach Lösungen, die ein besseres Gewappnetsein der Zivilisation an die klimatischen Extreme erlauben würden, wären allemal sinnvoller gewesen“.

Abschließend ergänzt Riehle: „Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland wieder ein wenig mehr von diesem grundständigen Vertrauen in die Selbstregulierungskräfte der Natur und die Fügung der Schöpfung entwickeln. Statt des an die Wand Malens von ständigem Alarmismus und Weltuntergangsszenarien gibt es bei einem pragmatischen Blick auf die Evolution viel Grund zu Hoffnung und Zuversicht, dass wir es als Menschen nicht nur schaffen, uns an neue Gegebenheiten anzupassen. Sondern dass Veränderung und Entwicklung zur Planetengeschichte dazugehören. Ohne Zweifel haben wir uns in einer unverantwortlichen und ausbeuterischen Art und Weise an den natürlichen Ressourcen vergangen. Allerdings hilft es im Moment nicht wirklich weiter, wenn wir uns deshalb in apokalyptische und wahnhafte Sorgen vor dem Morgen verstricken – und uns nahezu in Selbstgeißelung eine moralisierende und ideologische Transformation mit der Brechstange aufzwingen – ohne genau zu wissen, ob und wie sich die Umwelt tatsächlich von uns beeindrucken lässt. Der Mensch neigt schon seit jeher dazu, seine Einflussmöglichkeiten auf das Erdengeschehen zu überschätzen. Genügsamkeit würde uns sowohl helfen, einen vernunftorientierten Lebenswandel in Richtung einer bis zu Ende durchdachten Nachhaltigkeit einzuschlagen, der auch einen Verzicht auf manche luxuriöse Exzesse beinhaltet. Andererseits wäre etwas weniger der transhumanistischen Selbstüberhöhung auch für unser gesellschaftliches Miteinander ein Segen. Denn der belehrende Zeigefinger, mit dem gerade Deutschland auch dem restlichen Globus erklären will, wie Naturschutz und Werteorientierung funktionieren, ist ziemlich unattraktiv“.

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