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Ramelow redet sein eigenes Bundesland klein – und entpuppt sich als schlechter Verlierer!

Der Einzige, die sich vor Thüringen gruselt, das ist das Kabinett um Ministerpräsident Ramelow selbst. Denn die Deutschen machen auch weiterhin gerne Urlaub in ihrer Heimat – aber eben vor allem dort, wo man auch authentisch und glaubwürdig für die eigene Identität steht – und die eigene Gesellschaft nicht ständig schlechtredet, weil sie angeblich den Kompass verloren habe und der linken Obrigkeit entglitten sei. Zumindest sind mir bisher keine Stimmen von Bürgern bekannt, die eine bestimmte Region deshalb meiden, weil sie Angst davor haben, von einem Rechtsextremen mit einem Messer niedergestochen zu werden. Stattdessen fremdeln wohl viele Menschen bei uns mit der zunehmenden Distanz von Politikern, Medien und Öffentlichkeit gegenüber der eigenen Herkunft. Wo man das Gemeinsame verleugnet, fühlt sich auch der Einzelne nicht mehr wohl. Anstatt in eine selbstbewusste Imagekampagne zu setzen, fällt dem Erfurter Regierungschef nichts Besseres ein, als sein eigenes Herrschaftsgebiet mit einem herabwürdigenden Etikett der Anrüchigkeit zu versehen – weil die Umfragen die schon heute nur als Minderheit agierende Regierung samt CDU relativ unbeholfen gegenüber der AfD dastehen lassen.

Die Scham vor dem Ursprung kann nicht überzeugend sein, denn sie ist ein Ausdruck von Schwäche – aber eben auch von Verachtung gegenüber Wurzeln und Kultur. Echtheit und Aufrichtigkeit fehlt dem Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei schon allein deshalb, weil sie sich viel lieber in Mitleid statt in Selbstkritik übt. Wer der eigenen Bevölkerung als Politiker allein deshalb nichts mehr zutraut, weil sie ihm immer deutlicher das Vertrauen entzieht, schädigt tatsächlich den Ruf einer an sich intakten Landschaft und Einwohnerschaft, die ich als gastfreundlich und weltoffen erlebt habe – die aber eben nicht naiv, gutgläubig oder gar wachsam und korrekt daherkommt. Die Mär vom erschreckten In- und Ausland, das sich nicht mehr in die neuen Bundesländer traut, weil sie angeblich vom Bösen unterwandert seien, muss letztlich umgeschrieben werden: Es sind vor allem die Großstädte und Ballungsregionen von NRW bis Berlin, in denen man sich als Tourist nicht mehr sicher oder zuhause fühlt. Das Fremdeln mit dem eigentlich jedem Menschen inhärent verhafteten Empfinden von Deckungsgleichheit wurde spätestens dadurch genommen, dass wir uns zu einer Republik der offenen Arme gemacht haben, die jeden willkommen heißt, der sich auf den langen Weg nach Europa gemacht hat, um hier ein besseres Leben zu führen.

Das deutliche Nachlassen einer Wahrnehmung von Gerechtigkeit, Fairness und Ordnung trägt unmittelbar zu einer Aversion bei Investoren, Reisenden und Besuchern bei, die angesichts der sinkenden Zahlen an Übernachtungen in Thüringen offenbar auch ein Zeichen setzen wollen gegen das Madigmachen des Establishments, das keine Ehre mehr in sich trägt – oder gar nach außen zu transportieren vermag. Es wird der Politikerkaste angelastet, mit der Verramschung des Vaterlandes auch zum Ausverkauf von Werten, Traditionen und Brauchtum beizutragen, die gerade für das Marketing des Gastgewerbes ein zwingend notwendiges Aushängeschild wären. Es ist darüber hinaus bezeichnend, dass nicht wenige Teile unserer Gemeinschaft unter der Begrifflichkeit „Fremdenverkehr“ mittlerweile mehrere Assoziationen bereithalten können. Denn auch wenn die Neugier nach dem Unbekannten ein Charaktermerkmal unserer Spezies ist, so ist doch das Bedürfnis groß, zunächst das Immanente zu erkunden – ehe man sich mit den Eigenheiten des Fernen befasst. Wo bleibt also das offensive Werben mit Achtung, Würde und Noblesse vor dem Hiesigen, vor dem Zugehören? Es macht keinen guten Eindruck, wenn sich die Spitze eines Landes geringschätzig über den Souverän auslässt. Möglicherweise wäre es gut, wenn Ramelow in sich gehen und sinnieren würde, inwieweit er selbst eine Konformität und Wesensgleichheit mit dem Volk ausweisen kann, das ihn dafür gewählt hat, zumindest ein wenig stolz auf seine Untertanen zu sein.  

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