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Der Souverän ist nicht „verfettet“, sondern lediglich unaufgeregt!

Politikberater kritisiert Michel Friedmans Vorwurf an die Deutschen

Die Brandmarkung von Menschen, die sich nicht an den sogenannten „Demonstrationen für die Demokratie“ beteiligen, geht in diesen Tagen unvermindert weiter. So warf der Publizist Michel Friedman vor, dass die Bürger zu „verfettet“ seien, um gegen den drohenden Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen. Dieser Auffassung hält der Journalist und Politikberater Dennis Riehle (Konstanz) entgegen, dass eine nicht unbeträchtliche Mehrheit des Souveräns sich lediglich nicht von einer aufgebauschten Menge instrumentalisieren lasse. Er erklärt in einem Statement wie folgt:

Der Wähler ist also verfettet, so meint Michel Friedman. Wie man nun über die Formulierung des Rattenfängers durch den Bundespräsidenten diskutieren kann, sollte man auch diese Wortwahl durchaus kritisch hinterfragen. Was möchte uns der Publizist mit seinen Zuschreibungen an den Souverän mitteilen? Müde und gleichgültig, so verhalte sich der Deutsche im Moment, meint der frühere Politiker am Stammtisch – und spielt damit wohl auf diejenigen an, die sich aus seiner Sicht nicht an den Demonstrationen „Gegen Rechts“ beteiligt und sich der Stimme im Chor der Aufgeschreckten verweigert haben. Dass die Demokratie aber sehr viel wehrhafter, lebendiger und schwingungsfähiger ist, als es der uns oftmals mit dem Totschlagargument des Antisemitismus um sich werfende Talkmaster einreden will, erlebt man beispielhaft an den aktuellen Umfragewerten. Da ist nichts zu sehen von einem Durchmarsch der AfD, vor dem Schreckensbild der Alleinherrschaft, die die unmittelbare Deportation von Millionen Bürgern zur Folge hätte – so meint es wohl zumindest auch Friedman trotz des peinlichen Eingeständnisses einer journalistisch am Boden liegenden“ Correctiv“-Redaktion noch immer. Was genau erwartet er also von dem guten, richtigen und aufrichtigen Stimmbürger?

Dass er sich von der Moral einer aufgeregten Medienkampagne – mit offensichtlich auf dubiosen Wegen erlangten Informationen einer mehr als abhängigen, sogar in verleumderischem Ruf stehenden Quelle -beeindrucken lässt? Die Hypersensibilität der Vergleichenden, die Parallelen zu 1933 erkennen wollen, dabei aber offensichtlich vergessen haben, dass uns heutzutage eine die damaligen Ereignisse explizit ernstnehmende Verfassung vor einer erneuten Machtergreifung von Totalitären schützt – wozu ich explizit die Mehrheit der Mitglieder, Sympathisanten und Wähler der Alternative für Deutschland nicht zähle -, nimmt mittlerweile doch ein Stück weit krude Züge an. Wer nicht bei drei vor dem Brandenburger Tor steht und die zweideutigen Ausrufe „Nazis töten!“ schreit, scheint aus Sicht des gern gesehenen Gesprächsgastes in vielen Fernsehformaten offensichtlich behäbig, faul und zu dekadent, um sich gegen die angebliche Bedrohung des „Nie Wieder Ist Jetzt“ zu positionieren. Wer ehrlich auf die Historie blickt, der sieht Zusammenhänge eher mit den friedlichen Protesten der DDR, in deren Kontinuität man auch die Blockaden durch unsere Bauern sehen kann. Sie wollen nicht zurück in ein autoritäres System der Gängelung, der Verbote und der Vorschriften, das der Innovation die Luft zum Atmen und dem Landwirt den Biodiesel zum Mähen nimmt.

Dagegen ist die aktuell überaus heterogene, von der Presse stringent beförderte und von Politik, Gewerkschaften und Verbänden mobilisierte, orchestrierte und dirigierte Empörung unter dem Deckmantel des Kampfes für die Freiheit im Gegensatz zu den ehrlichen Demonstrationen gegen die Politik der Ampel lediglich ein Feigenblatt zur Ablenkung von den tatsächlichen Problemen in diesem Land – zu dem ein aufkeimender Rechtsradikalismus sicherlich nicht gehört. Wer jüngste Studienergebnisse vom Institut für Demoskopie Allensbach verfolgt hat, der weiß um die Gefühlslage der Deutschen. Sie sorgen sich weniger vor dem Einfluss der AfD, wohl aber um die Gewaltbereitschaft des Islamismus und der Kriminalität von Clans. Friedman bemüht sich mit seiner Etikettierung des die eigentlichen Herausforderungen dieses Landes erkennenden Bürgers – welche ohne reflexartigen Drang zur massenhaften Theatralik ihre Widerrede eher auf dem Stimmzettel als in äußerst heterogenen, linksunterwanderten und offensichtlich angestachelten Sammlungsbewegungen zum Ausdruck bringen wollen – vor allem um Aufmerksamkeit, die er wohl vermisst, seitdem ihm das Rampenlicht nicht mehr allzu gut gesonnen scheint.

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