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Merkel zeigt ihr grünes Gesicht: Der pluralistische Sündenfall als bewusstes Manöver?

Kommentar von Dennis Riehle

Es ist nicht nur ein verräterischer Charakterzug, der sicherlich nicht nur bei mir Anstoß findet, welcher aktuell viel über die eigentliche Gesinnung von Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbart. Wenn sie über zehn Jahre nach der GroKo von 2013 – 2017 im Rahmen eines überaus eigentümlich anmutenden Besuches bei den Grünen plötzlich klammheimlich bekennt, dass sie damals eigentlich ein Bündnis mit den Ökologisten präferiert hätte, dann zeugt das doch ein Stück weit von Unehrlichkeit und Falschheit gegenüber den Wählern und dem einstigen Partner SPD. Dass diese Eigenschaften allerdings nicht wirklich überraschen können, davon zeugt auch der Sündenfall aus 2014/2015. Hatte die Christdemokratin doch noch Jahre zuvor davon gesprochen, dass der Multikulturalismus gescheitert sei, öffnete sie in der Überzeugung des „Wir schaffen das!“ unsere Grenzen wie Scheunentore, zeigte sich in barmherziger Nächstenliebe und ließ sich in Naivität mit denjenigen Migranten abbilden, welche der Republik kurze Zeit später auf der Nase herumtanzten. Diese Widersprüchlichkeit zieht sich durch ihre gesamte Regentschaft. Von einem Tag auf den anderen verkündet sie aufgrund eines fernen Tsunamis im Hafen von Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie bei uns – und mimte damit in weiser Voraussicht den Habeck, der Kernkraftwerke heute als wichtige und sichere Technologie ansieht, wenn sie denn in der Ukraine stehen. Doppelmoral war also schon unter ihrer Herrschaft en vogue – und wurde nicht ohne Grund in einer latenten Vehemenz in die Köpfe gutgläubiger Bevölkerungsteile infiltriert. Denn diese Einebnung und Kanalisierung war notwendig, um uns nach und nach auf den Weg der Enteignung, Entmündigung und Entfremdung zu bringen – der 2021 in den Niedergang unserer Identität mündete.

Sie verkaufte uns eine eigentlich intakte Partnerschaft zu Russland, ließ sich aber früh in ihrer westlichen Verhaftung im transatlantischen Bündnis auf die weitere Expansion in Richtung Osten ein – und trug damit nicht unwesentlich zur Provokation bei, auf die Putin sodann mit dem nicht zu rechtfertigenden Angriff auf Kiew reagierte. Und auch in der Euro- und Finanzkrise erwies sie sich nur vordergründig als ein Kontinuum. Wenngleich die Zusage von Finanzminister Steinbrück und ihrer Person hinsichtlich der Sicherheit von Spareinlagen 2008 genauso wie die einstige Rentengarantie von Norbert Blüm für einen recht langen Zeitraum hielt, haben sich die Ankündigungen im Nachhinein doch als recht vollmundig erwiesen. Denn nicht umsonst formiert sich die Alternative für Deutschland als Antwort auf ein Versagen von Kabinett I und II. Sie läutete zudem die völlig irrwitzige Transformation ein, obwohl sie als Physikerin besser hätte wissen müssen, dass das CO2 für unsere Atmosphäre ungefähr genauso wichtig ist wie das Gendern für Frauenrechte. Ohne ihre Vorarbeit wäre es Baerbock, Lang und Nouripour nicht so einfach gelungen, gemeinsam mit einem wirklichkeitsverfolgten Philosophen einen prosperierenden Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum innerhalb von nur zwei Jahren vollständig an die Wand zu fahren – und einen ökonomischen Exportweltmeister auf die hinteren Ränge zu platzieren. Dass sich die liebevoll als „Mutti“ bezeichnete Langzeitchefin momentan nicht nur Jürgen Trittin anbiedert, lässt viele ihrer Entscheidungen, Begründungen und Taktiken aus der Vergangenheit heute in einem plausiblen Licht erscheinen. Und da scheint offenbar nichts dem Zufall überlassen worden zu sein, als man sich auf den Pfad von Vielfalt, Klimahysterie und Kriegstüchtigkeit begab.

Sie hegte offenbar immer eine Liebe zu den Sockenstrickern, wurde allerdings von einem Rest an Vernunft davon abgehalten, in eine feste Zusammenarbeit mit ihnen einzutreten. Gleichwohl erklärt sich auch ihr Verhalten in der Corona-Pandemie, als sie mit drastischen Maßnahmen die Beschneidung von Grund- und Freiheitsrechten der Bürger vorantrieb – und damit einen Testballon steigen ließ, der die Leidens- und Strapazierfähigkeit der Deutschen prüfen sollte. Man konnte bereits zum Ende ihrer Amtszeit die ersten totalitären Wolken am Himmel aufziehen sehen. Und wer weiß, ob uns die Repression, Drangsal und Zensur dieser Tage nicht schon deutlich früher oktroyiert worden wären, wenn sich nicht manch einflussreiche Wertkonservativisten innerhalb der CDU doch noch erfolgreich gegen eine Kiwi-Koalition gewährt hätten. Sie war ohne Zweifel die Wegbereiterin für eine Philosophie des obsessiven Moralisierens und Disziplinierens unseres Volkes, welche in ihren bewusst begangenen Kardinalfehler der Flüchtlingskrise den Höhepunkt fand. Und wenn sich in diesen Tagen der Generalsekretär im Konrad-Adenauer-Haus den Wunsch nicht verkneifen kann, die rüstige Rentnerin in den kommenden Wahlkämpfen als Galionsfigur einzubeziehen, lässt sich der Verdacht unverhohlen untermauern, wonach auch Merz es nicht wirklich vermocht hat, den massiven Linksdrall seiner Partei zumindest in Teilen wieder rückgängig zu machen, welchen die Ikone aus der Uckermark in einer autoritären Manier vollzogen und damit die Union der Entkernung und Profillosigkeit preisgegeben hatte. Deshalb muss sich heute jeder darüber bewusst sein, dass ein Kreuz bei den Christdemokraten trotz der Zwischenrufe aus München nahezu zwangsläufig zu einem Boomslang-Miteinander zweier weltanschaulich höchst diametraler Kräfte führen würde.

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